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6th World Conference Injury
Prevention and Control
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12th 15th of May 2002
Montreal Convention Centre, Canada
The
conference will include plenary sessions on topics of concern to
all professions (e.g., the influence of the media on the safety
of populations; the role of policies and laws) and
state-of-the-art presentations focusing on their respective
fields. Simultaneous translation of these sessions and the
opening and closing ceremonies will be available in French and
possibly Spanish. Additionally, as the focus is to facilitate
exchange, parallel sessions (oral presentations, round tables
and debates) and poster sessions will be organised around six
major themes: Road Safety, Occupational Safety, Sport, Leisure,
Home, Institutional and Product Safety, Suicide Prevention,
Violence Prevention and Post-trauma care and Rehabilitation.
Please
visit out web site at
www.trauma2002.com for more details on the conference and
affiliated events.
18. Jahrestreffen der International Society
of Technology Assessment in Health Care
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9.- 12. Juni 2002, Berlin, Deutschland:
Die
zunehmende Bedeutung der Evaluation medizinischer Leistungen (Health
Technology Assessment/HTA) als Steuerungs- und
Beratungsinstrument in Ländern mit Sozialversicherungssystemen
wird durch die Entscheidung der ISTAHC/International Society of
Technology Assessement in Health Care, die Jahreskonferenz 2002
in Berlin abzuhalten, unterstrichen. Der inhaltliche Schwerpunkt
wird u.a. auf Bedarf und Einsatz von HTA in
Sozialversicherungssystemen liegen. Weitere Konferenzinhalte
werden sich mit HTA vor Marktzulassungen,
HTA-Methodenstandardisierung und unkonventionelle
Methoden/Verfahren in der Medizin, HTA in Spezialbereichen wie
der Zahnheilkunde beschäftigen.
Anmeldung
ab Jänner 2002 unter:
www.istahc2002.de

Berichte /Projekte
Gesundheitsförderung in Allgemeinpraxen und Öffentlichen Apotheken Bericht über ein Europäisches Projekt 1998 2001
Welchen
Beitrag können Allgemeinpraktiker und Apotheken in Europa zur
Gesundheitsförderung leisten: welche Möglichkeiten für das
systematische Empowerment von PatientInnen und Kunden lassen
sich identifizieren und was davon ist bereits realisiert
(flächendeckend, in Modellen, Konzepten, Absichtserklärungen)?
Zu diesen und anderen Fragen wurde zwischen 1998 und 2001 ein
Projekt durchgeführt. Der Projekttitel lautete:
Health Promotion in General Practice
and Community Pharmacy – A European Project:
Sowohl in Apotheken als auch Allgemeinpraxen gibt es noch ein
erhebliches Entwicklungspotential für
Gesundheitsförderungsinterventionen.
Gesundheitsförderungsinterventionen scheinen bisher kaum
standardmäßig bzw. flächendeckend realisiert zu werden,
allerdings existieren– vor allem im Nordwesten Europas –
Konzepte und Modelle, die zumindest die Anschlussfähigkeit und
Machbarkeit dokumentieren. „Europäischen Richtlinien“ wurden von
den Projektpartnern nicht als sinnvolles Produkt betrachtet und
deshalb auch nicht erstellt. Im Rahmen der statt dessen
entwickelten Empfehlungen an die Kommission konnten eine Reihe
von Entwicklungsvorschlägen spezifiziert werden (Maßnahmen im
Bereich der Weiterentwicklung des Rollenverständnisses,
Ausbildung, Weiter- und Fortbildung, Forschung und Gestaltung
der infrastrukturellen Voraussetzungen der Berufspraxis). An
Ergebnisse liegen vor:
·
Arbeitsdefinition von patientInnenorientierter
Gesundheitsförderung in Apotheken und Allgemeinpraxen +
Hintergrundspapiere (Concept Papers)
·
Länderberichte über den Status Quo der Gesundheitsförderung in
den beiden Institutionen (inklusive hinderliche/ förderliche
Faktoren) in Mitgliedsstaaten der Union (Country Reports)
·
Eine vergleichende Analyse dieser Berichte (Cross Analysis)
·
Eine Internet – Datenbank über interessante Projekte im
Apothekenbereich (Database)
·
Schlussfolgerungen und Empfehlungen (Conclusions and
Recommendations)
·
Proceedings einer europäischen Konferenz zu diesem Thema, die am
9-10.11.2000 in Brüssel durchgeführt wurde (Conference
Proceedings)
·
Die gesammelten Projektergebnisse wurden in Form einer Broschüre
+ CD Rom bzw. als Website verbreitet (http://www.univie.ac.at/phc).
Karl Krajic
Ludwig Boltzmann-Institut für Medizin- und
Gesundheitssoziologie, c/o Institut für Soziologie,
Universität Wien: http://www.univie.ac.at/phc |
Abklärung des Einsatzes von niedermolekularen Heparinen in der poststationären Prophylaxe von Thromboembolien bei häufigen Indikationsstellungen
Vor dem
Hintergrund einer als unbefriedigend empfundenen Evidenz
betreffend den prophylaktischen Einsatz von niedermolekularen
Heparinen (LMWH) und der Kostenentwicklung Bereich dieser
Arzneimittelgruppe wurde die Recherche „Abklärung des Einsatzes
von niedermolekularen Heparinen in der poststationären
Prophylaxe von Thromboembolien bei häufigen
Indikationsstellungen - nach Hüftersatz- und
Knieersatzoperationen, bei Gipsverbänden unterer Extremitäten
und Bettlägrigkeit“ von der Oberösterreichischen
Gebietskrankenkasse, Abteilung für Behandlungsökonomie in
Auftrag gegeben. Im Zeitraum von 1995 bis 2000 stiegen die
Ausgaben der OÖ Gebietskrankenkasse für den Einsatz von LMWH von
10,9 Mio Schilling auf 31,3 Mio Schilling bei annähernd
gleichbleibender Behandlungsdauer, dieser Anstieg im
extramuralen Bereich ist also vorwiegend auf eine Erweiterung
des behandelten PatientInnenkollektivs zurückzuführen. Diese
Erweiterung der Anwendung von LMWH wird von
Seiten der KlinikerInnen z.T. mit Befürchtungen hinsichtlich
rechtlicher Konsequenzen, sollte bei nicht durchgeführter
Prophylaxe eine thromboembolische Komplikation eintreten,
argumentiert . Erstverordnungen für eine Prophylaxe werden laut
einer Umfrage der OÖGKK (2001) in 88% der Fälle intramural, und
hier v.a. (42,9%) in unfallchirurgischen Abteilungen
vorgenommen. Die meisten Verordnungen im niedergelassenen
Bereich erfolgen durch AllgemeinmedizinerInnen, i.A. auf
Empfehlung der Krankenhäuser. Die häufigste Indikationsstellung
zur LMWH-Prophylaxe sind laut dieser Umfrage Gipsverbände der
unteren Extremitäten (45,9%), gefolgt von postoperativer
Prophylaxe nach Hüft- bzw. Knieoperationen (36,8%) und
Bettlägrigkeit (16,8%). Die Recherche sollte basierend auf den
häufigsten Indikationsstellungen (Hüft- bzw. Knieoperationen,
Gipsverbände unterer Extremitäten, Bettlägrigkeit) einen
Überblick über die internationale Diskussion liefern. In die
Recherche aufgenommen wurden randomisierte kontrollierte
Doppelblindstudien (RCT), Cochrane Reviews, Leitlinien und
Konsensus Konferenzen, Metaanalysen und Reviews. Für den Bereich
Bettlägrigkeit beschränkte sich die Recherche aufgrund der
grossen Bandbreite an internistischen Indikationen auf einen
Überblick anhand von Reviews, Metaanalysen und Leitlinien bzw.
Konsensus Konferenzen. Kurz zusammengefasst lässt sich die
Literatur wie folgt beschreiben: Obwohl Gipsverbände der unteren
Extremitäten die häufigste Indikation darstellen, wurde zum
Thema Dauer einer Prophylaxe bei Gipsverbänden unterer
Extremitäten keine randomisierte Studie gefunden. Sieben
randomisierte Studien wurden zum Thema verlängerte Prophylaxe
nach Hüftersatzoperationen gefunden, wovon zwei auch die
Thematik extramural verlängerte Prophylaxe nach
Knieersatzoperationen behandelten. Zum Thema Bettlägrigkeit
wurde eine Metaanalyse und zwei Reviews in die Analyse
aufgenommen. Weiters wurden in der Recherche Empfehlungen aus
einer Konsensus Konferenz und 3 Leitlinien berücksichtigt, wobei
die Empfehlungen der ACCP Consensus Conference on Antithrombotic
Therapy als Basisdokument für die Leitlinien verwendet wurden.
Auf die Ergebnisse der Recherche soll in diesem Rahmen nur
insofern eingegangen werden, als dass die Thematik „Dauer der
Prophylaxe“ bei allen Indikationsgruppen noch in Diskussion ist,
wobei die Evidenz im Bereich Hüftersatz- bzw.
Knieersatzoperationen am besten abgesichert ist, sowohl was die
Anzahl als auch die Qualität der Studien betrifft. Es scheint
sich allerdings in allen oben erwähnten Indikationsgebieten ein
Trend zu verlängerter Prophylaxe abzuzeichnen. Diese unklare
Evidenzlage ist natürlich für ÄrztInnen und Ärzte wie auch für
den Kostenträger unbefriedigend. Welche Schlussfolgerungen bzw.
Handlungsempfehlungen ergeben sich daraus?
·
Es wäre
wünschenswert, die Evidenzbasis für eine (verlängerte)
Thromboembolieprophylaxe v.a. was die häufigsten Indikationen
betrifft zu stärken.
·
Um zu
einer einheitlichen Vorgangsweise in der Prophylaxe zu gelangen,
wäre es zielführend, die Entwicklung von Leitlinien
voranzutreiben. Die zu entwickelnden Leitlinien könnten
einerseits auf der vorhandenen Evidenz aufbauen und
darüberhinaus auf die spezifische österreichische Situation
eingehen.
Why Controlling Health Care Expenditures (Part Two)
Although Austria has proved to be rather
successful in containing health costs when compared with her
peers, fundamental forces that will verify difficult to resist
may fuel future health spending. Over the long term, factors
such as the cost of new technology will drive up spending.
Provision with high tech equipment in Austria has doubled from
1993 to 2000. Whereas in 1993 on average one high tech unit per
477 819 inhabitants was available, provisions had increased to
one unit per 255 100 in 2000. In particular, provisions of MRI
units increased at a rate of 26 percent annually from 1993 to
2000. In the United States, for instance, the availability of
new diagnostic and therapeutic approaches and increased use of
established ones are estimated to account for about two thirds
of the real annual increase in health care spending. Moreover,
in 2000 imaging costs increased faster than drug cost. The
enormous investment in biomedical research will probably
accelerate the rate of technological development in medicine,
with effects on overall expenses. These effects are particularly
striking in the case of pharmaceutical expenditures. Between
1990 and 1996, the rate of growth of total drug expenditures was
8 percent annually and exceeded both GDP growth (4.9 percent)
and growth of total health spending (6.7 percent) by up to three
percentage points. Moreover, whereas health insurance
expenditures on drugs grew 68 percent from 1995 through 1999,
expenditures for hospital care and for physicians' services grew
by 11 and 17 percent, respectively. Pharmaceutical expenditures
are likely to increase at a rate of 10 to 12 percent each year.
Another fundamental trend is the aging of the population. By
2025 - the first baby boomers are already retired – Austrians
health expenditures are projected to increase some 12 percent
from 1997 solely due to demographic transition. During the last
decade, the proportion of people 65 years of age and older
increased in many EU countries, reaching an average of 16
percent in the EU in 1998. In OECD countries the proportion of
the population 65 years of age or older and the proportion over
80 will increase by 25 percent and 14 percent, respectively,
between 1998 and 2015. By 2020 Austrian male life expectancy
will have increased 7 percent since 1990 reaching 77.6 years;
female life expectancy is projected to increase 6 percent
reaching 83.7 years. Although disability adjusted life
expectancy is expected to increase in the future, as compared
with life expectancy gains in earlier generations, the absolute
numbers of elderly are almost certain to result in increased
expenditures for health care. Yet another important influence
will be increasing national prosperity. There is vast evidence
that the more income people have, the more of it they tend to
spend on health care. One of the strongest predictors of the
proportion of the GDP that Western nations spend on health care
is the GDP itself. For all these reasons, substantial increases
in health care spending over the next 5 to 10 years appear to be
virtually inevitable.
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Maria M. Hofmarcher, Economist, consultant to the World Bank
Institut für Höhere Studien, Stumpergasse 56, A-1060 Wien
tel: +43/1/59991-127, fax: +43/1/5970635
mobil: +43/676/5485997020
e-mail:
hofmarch@ihs.ac.at
e-mail: hofmarch@aol.com |

N
Neuerscheinungen
Rainer Salfeld und Jürgen Wettke: Die Zukunft des deutschen
Gesundheitswesens
Perspektiven und Konzepte. Springer Verlag, Berlin-Heidelberg
2001, 314 S., ATS 504,- ISBN 3-540-41220-4
Die
beiden Autoren, Healthcare-Experten von McKinsey&Co stellen
internationale Trends in der Entwicklung der Gesundheitssysteme
dar, analysieren das deutsche Gesundheitssystem und diskutieren
Perspektiven und Lösungsansätze. Den Autoren geht es dabei nicht
um eine geschlossene, ideale Gesamtlösung, sondern um ein
Ausloten des Lösungsraums. Mittels Daten und Fakten wollen sie
einige hartnäckige Vorurteile und falsche Annahmen über das
deutsche Gesundheitssystem ausräumen und praktikable Wege zur
Lösung einiger Probleme des deutschen Gesundheitswesens
aufzeigen, ohne dass dessen freier Zugang, Leistungsfähigkeit
und Finanzierbarkeit gefährdet wird.
Dachverband
Wiener Pflege- und Sozialdienste (Hrsg.) Das Wiener Modell für
ambulante Dienste
Kooperation als Qualitätsinstrument. Facultas
Universitätsverlag, Wien 2001, 296 S., ATS 398,- ISBN
3-85076-550-4
In
vorliegendem Buch wird anhand von zwölf beispielhaften Projekten
gezeigt, wie in einer sich verändernden Pflegeumwelt durch
Kooperation der involvierten Berufsgruppen Qualitätsarbeit in
der Pflege geleistet werden kann. Die einzelnen Beiträge des
Sammelbandes beschäftigen sich mit Pflege und Betreuung unter
dem Aspekt der Dienstleistung, Konzepten zum Pflegemanagement,
sowie mit Fort- und Weiterbildung in den Pflegeberufen. Dabei
gelingt es den Autorinnen, konsequent den Bogen von Theorie zur
Praxis zu spannen.
Hans-Christian Deter (Hrsg): Psychosomatik am Beginn des 21.
Jahrhunderts
Chancen
einer biopsychosozialen Medizin. Verlag Hans Huber,
Bern-Göttingen-Toronto-Seattle 2001, 696 S., ATS 496
ISBN 3-456-83466-7
Anerkannte Experten der Psychosomatik gehen im vorliegenden
Sammelband der Frage nach: „Was sind die Herausforderungen der
Psychosomatik für die moderne Medizin, die ihrerseits
gegenwärtig in eine Krise zu geraten droht?“ Der Reader versteht
sich als eine Orientierungshilfe. Im ersten Teil werden
historische und theoretische Grundlagen vermittelt, der zweite
Teil umreißt den Stand der psychosomatischen
Grundlagenwissenschaften, der dritte Teil evaluiert
psychotherapeutische Behandlungsverfahren und ihre Anwendungen
in der Psychosomatik. Der vierte Teil umfasst Beiträge der
Psychosomatik ausgewählter klinischer Gebiete, der fünfte Teil
diskutiert die Herausforderungen für die kommenden Jahre und der
abschließende sechste Teil enthält kontroversielle Diskussionen.
DIMDI
(Hrsg.): Internationale statistische Klassifikation der
Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme
Diagnosenthesaurus. Version 3.1 (2. Aufl.), Verlag Hans Huber,
Bern-Göttingen 2001, XXVI + 838 S., ATS 291
ISBN 3-456-83579-5
Der vom
Deutschen Institut für medizinische Dokumentation und
Information und dem Zentralinstitut für die kassenärztliche
Versorgung in Deutschland gemeinsam erarbeitete Thesaurus mit
rund 60.000 Stichwörtern ist das einzige Register zur
internationalen Klassifikation ICD-10, das zwischen der in der
Schweiz gebräuchlichen Gesamtausgabe der WHO und der deutschen
Ausgabe im Sozialgesetzbuch V differenziert. Die Ausgabe ist
auch für Österreich gültig.
Christian Freytag: Parallelimporte nach EG- und WTO-Recht
Patente
und Marken versus Handelsfreiheit. Duncker & Humblot, Berlin
2001, 307 S., ATS 993,- ISBN 3-428-10177-4
Obwohl
das Thema Parallelimporte von Arzneimitteln aus der öffentlichen
Diskussion verschwunden ist, beschäftigt es hinter den Kulissen
nach wie vor Krankenversicherungen und Arzneimittelhersteller.
Der Arbeit von Freytag, in welcher Maßstäbe entwickelt werden,
die für eine Ausgewogenheit zwischen dem Recht am geistigen
Eigentum und dem Ziel der Handelsfreiheit sorgen, kommt nach wie
vor hohe Aktualität zu. Die Problematik wird sowohl vor dem
Hintergrund des europäischen Gemeinschaftsrechts als auch des
Rechts der Welthandelsorganisation untersucht.
Winfried
Schmähl (Hrsg.): Möglichkeiten und Grenzen einer nationalen
Sozialpolitik in der Europäischen Union.
Duncker &
Humblot, Berlin 2001, 243 S., ATS 862,- ISBN 3-428-10507-9
Gesundheitspolitik ist in den deutschsprachigen Ländern Teil
der Sozialpolitik und wird daher weitgehend nationalstaatlich
wahrgenommen. Dennoch gehen von der Europäischen Union
vielfältige Einflüsse aus, sei es von der Kommission, dem
Ministerrat oder dem Europäischen Gerichtshof. Im vorliegenden
Sammelband beschäftigen sich zwei Beiträge mit den Auswirkungen
der sogenannten „Grundfreiheiten“ auf das deutsche
Gesundheitssystem. Insbesondere wird dem Widerspruch zwischen
der Öffnung des Gesundheitsmarktes und nationalen Regulierungen
breiter Raum geschenkt.
Alexander Graser: Dezentrale Wohlfahrtsstaatlichkeit im
föderalen Binnenmarkt?
Duncker &
Humblot, Berlin 2001, 388 S., ATS 935,- ISBN 3-428-10325-4
Mit einer
zunehmenden wirtschaftlichen Integration geraten dezentral
organisierte Politikbereiche unter Druck. Ähnlich wie im von
Schmähl herausgegebenen Sammelband (siehe oben) beschäftigt sich
vorliegendes Buch mit der Notwendigkeit und den Möglichkeiten,
wie die Gesundheits- und Sozialpolitik eines Nationalstaates aus
diesem Wettbewerbsdruck herausgehalten werden kann, um
wenigstens eine zentral finanzierte Mindestsicherung sicher zu
stellen.
Christine von Reibnitz et al. (Hrsg.): Der mündige Patient
Konzepte
zur Patientenberatung und Konsumentensouveränität im
Gesundheitswesen. Juventa Verlag, Weinheim-München 2001, 356 S.,
ATS 423,- ISBN 3-7799-1193-0
Patienten
sind in gewisser Weise auch Konsumenten. Die Stärkung ihrer
Rolle als Konsumenten von Versorgungsleistungen für Gesundheit
und Krankheit wäre eine Strategie zur Veränderung des
Gesundheitsverhaltens. Nach Meinung der Autorinnen und Autoren
könnte eine geschickte Informationspolitik eine bewusste und
gezielte Auswahl von Versorgungsleistungen unterstützen, die
letztendlich im Gesundheitswesen ausgabendämpfend wirken würde.
Der Reader beschäftigt sich mit den Teilbereichen: Präventive
Gesundheitsberatung, Patientenschulung und –information sowie
mit der Konsumentensouveränität auf dem Gesundheitsmarkt.
Engelbert Theurl (Hrsg.): Der Sozialstaat an der
Jahrtausendwende
Analysen
und Perspektiven. Physica-Verlag, Heidelberg 2001, 274 S., ATS
802,- ISBN 3-7908-1353-2
Der
Sozialstaat wird gegenwärtig aus mehreren, sich gegenseitig
verstärkenden Gründen einer ökonomischen und politischen
„Tauglichkeitsprüfung“ unterzogen. Im vorliegenden Sammelband
werden in zehn Beiträgen einerseits grundlegende Aspekte
sozialstaatlicher Systeme und deren Entwicklung angesprochen und
andererseits werden Kernbereiche des Sozialstaates wie
Pensionsversicherung, Krankenversicherung und das Angebot
sozialer Dienste einer vertieften Analyse unterzogen. In einem
Beitrag beschäftigt sich der Herausgeber mit der
österreichischen Gesundheitspolitik der letzten Jahre vor dem
Hintergrund der internationalen Entwicklung in diesem
Politikfeld.
Annette Bornhäuser: Alkoholabhängigkeit bei Jugendlichen und
jungen Erwachsenen
Versorgungskonzepte der modernen Suchtkrankenhilfe. Verlag Hans
Huber, Bern-Göttingen 2001, 248 S., ATS 364,- ISBN 3-456-83573-6
Die
Häufigkeit einer manifesten Alkoholabhängigkeit bei Jugendlichen
und jungen Erwachsenen wird bei weitem unterschätzt. Diese
Betroffenengruppe benötigt besondere Hilfestellungen, da sie
häufig mehrfach abhängig sind und aufgrund vielfältiger
Problemkonstellationen noch kein stabiles soziales und
berufliches Beziehungsfeld aufbauen konnten. Die Autorin
untersucht, welcher spezifischer Versorgungsbedarf für junge
Alkoholabhängige besteht und inwieweit diesem derzeit in der
Suchtkrankenversorgung Rechnung getragen wird. Die Ergebnisse
zeigen, dass die gängigen Interventionen sich weder konsequent
an der Bedarfslage junger Betroffener noch an den neueren
Erkenntnissen über Abhängigkeitsverläufe orientieren.
Rainer Fehr: Ökologische Gesundheitsförderung
Analysen-Strategien-Umsetzungswege. Verlag Hans Huber,
Bern-Göttingen 2001, 256 S., ATS 364,- ISBN 3-456-83580-9
Zur
Gesundheitsförderung gehört das Bemühen um eine gesunde
Lebensumwelt. Um dieses Ziel besser in die Praxis umzusetzen,
bedarf es einer Kombination von Konzepten und Methoden, die das
übliche Spektrum der Gesundheitsförderung ergänzen. Das
vorliegende Buch zeigt, wie die Anwendung von Public
Health-Ansätzen auf das Themenfeld Umwelt und Gesundheit
entsprechende Grundlagen liefern kann. In der ökologischen
Gesundheitsförderung finden Elemente wie Strukturmodell,
Risikoanalyse, Surveillance und Verträglichkeitsprüfung ihren
Platz und ihre wechselseitige Verknüpfung. Kommunale bis hin zu
internationalen Aktionsprogrammen zur Umwelt und Gesundheit
(z.B. Gesunde Städte Netzwerk) sowie Gesundheitsprojekte können
dieses Buch als roten Faden für anspruchsvolle Vorhaben
verwenden.
Éva
Rásky und Wolfgang Freidl: Gesundheitsberichterstattung in
Österreich
Bestandsaufnahme und Ergebnisse eines regionalen Surveys.
Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik, Linz 2001, 185 S.
ATS 198,- ISBN 3-900581-33-9
Im ersten
Teil des vorliegenden Buches erfolgt eine Bestandsaufnahme über
die Datenlage in Österreich im Zusammenhang mit der
Gesundheitsberichterstattung. Es wird kritisch hinterfragt,
inwieweit die vorhandenen Datenquellen für rationale
gesundheitspolitische Entscheidungen herangezogen werden können.
Der zweite Teil des Buches beschreibt eine empirische Studie,
die Gesundheitsindikatoren im umfassenden Sinn für
Gesundheitsberichterstattung definiert und anwendet. Als
theoretische Grundlage wurde der Anforderungs-Ressourcen Ansatz
verwendet.
Amt
der OÖ Landesregierung et al. (Hrsg.): Gesundheitsbericht
Oberösterreich 2000
Denkmayr
Ernst GmbH, Linz 2001, 191 S., ATS 140,- Bezugsadresse:
susanne.lilpop@ooegkk.at
Der
vorliegende Gesundheitsbericht dürfte wohl nicht nur für
Österreich eine Novität darstellen. Erstmals haben sich die
Hauptfinanziers des Gesundheitswesens in einem Bundesland
gefunden um gemeinsam einen Gesundheitsbericht herauszugeben.
Der vom Land Oberösterreich, der OÖ Gebietskrankenkasse und dem
Magistrat Linz herausgegebene Gesundheitsbericht verlässt in
wohltuender Weise die ausgetretenen Pfade – auch einer modernen
– Medizinalstatistik. Er enthält zehn zwischen den Herausgebern
vereinbarte Gesundheitsziele die bis 2005, spätestens bis 2010
erreicht werden sollen. Man darf gespannt sein ob es den drei
genannten Institutionen gelingt, die gesteckten Ziele auch zu
erreichen.
Joachim
Klose und Henner Schnellschmidt: Finanzierung und Leistung der
Gesetzlichen Krankenversicherung
Einnahmen-
und ausgabenbezogene Gestaltungsvorschläge im Überblick.
Wissenschaftliches Institut der AOK, Bonn 2001, 250 S., DEM 22,-
ISBN 3-922093-24-8
Die
Diskussion über die Finanzierung der sozialen
Krankenversicherung und über die Änderungen bei ihrem
Leistungsspektrum hat nicht nur in Österreich, sondern auch in
Deutschland erneut an Schärfe gewonnen. Diese bewegt sich
hierbei um die Einbeziehung weiterer Einkommensarten, die
Unterscheidung zwischen Grund- und Wahlleistungen oder die
Familienmitversicherung. Unverändert ist auch die Frage des
effektiven Mitteleinsatzes, im System von zentraler Bedeutung
für die Qualität und Finanzierbarkeit des solidarischen
Gesundheitssicherungssystems. Die vorliegende Studie formuliert
keine eigenen Vorschläge und führt auch keine Bewertung von
bestimmten Ideen durch. Vielmehr werden ausgewählte Maßnahmen
beschrieben, in ihren Pro- und Kontra-Argumenten aufgearbeitet
und deren finanzielle Auswirkungen analysiert. Das Buch gibt
einen strukturierten Überblick über die aktuellen
Reformvorschläge für das deutsche Gesundheitswesen.
Carl
E. Speicher: Evidenzbasierte Labordiagnostik
Verlag
Hans Huber, Bern-Göttingen 2001, 447 S., ATS 715,- ISBN
3-456-83213-3
In Zeiten
erhöhten Kostenbewusstseins ist die Entscheidung für sinnvolle
und vertretbare Diagnosemethoden wichtiger denn je. Im Sinne
eines evidence-based diagnosic reasoning liefert das von
Speicher verfasste Buch begründete praktische Richtlinien für
die Auswahl und Bewertung medizinischer Labortests bei den 70
wichtigsten diagnostischen Problemstellungen.
Michael Faure und Helmut Koziol (Hrsg.):
Cases on Medical Malpractice in a Comparative Perspective
Springer
Verlag, Wien-New York 2001, XIX + 331 S., ATS 1.176,- ISBN
3-211-83595-4
Haftungsfragen für medizinische Behandlungsfehler gewinnen im
Rahmen des Schadenersatzrechts ständig an Bedeutung. Die
vorliegende Studie stellt einen Überblick über die rechtlichen
Rahmenbedingungen, die anzuwendenden Normen sowie das Case law
in neun europäischen Staaten, unter anderem Österreich, dar.
Anhand von sechs praktischen Fällen, die im Kontext der neuen
nationalen Rechtsordnungen diskutiert werden, stehen Fragen im
Zusammenhang mit der Krankenhausorganisation, der Einwilligung
von Patienten, der Informationspflicht, von Fehldiagnosen,
Fehlbehandlungen, von notwendigen Pflegestandards, der Bedeutung
der Grenzen der Finanzierung, der medizinischen Dokumentation
und der Beweislast im Mittelpunkt. Zusätzlich enthält der Band
eine vergleichende Analyse, welche die Tendenzen im
medizinischen Schadenersatzrecht beleuchtet. Ein besonderes
Schwergewicht wird auf die ökonomischen Auswirkungen der
Haftung für medizinische Behandlungen gelegt.
Siegfried Zabransky (Hrsg.):
Sreening auf angeborene endokrine und metabole Störungen
Springer
Verlag, Wien-New York 2001, XI + 404 S., ATS 686,- ISBN
3-211-83571-7
Ein
Screening auf angeborene Endokrine und metabole Störungen
ermöglicht die Früherkennung von Krankheiten wie Hypothyreose,
Phenylketonurie, Galaktosämie, Biotinidindasemangel, Cystische
Fibrose, Homocystinurie und anderes mehr. Das von Zabransky
herausgegebene Handbuch beschreibt praxisbezogen die
biochemischen Grundlagen, die Grundsätze der Labor- und
Bestätigungsdiagnostik sowie Therapiemöglichkeiten. Zudem
werden präanalytische Fragen, wie Zeitpunkt und Art der
Blutentnahme und der möglichen Störfaktoren umfassend
behandelt. Der allgemeine Teil geht auf ethische und
psychosoziale Aspekte des Screenings ein. Ein Verzeichnis der
Screeningzentren sowie ein Adressenverzeichnis von
Elterngruppen und Informationsgruppen im Internet komplettieren
dieses Buch.

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