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Termine
2.-5. Oktober 2002, Innsbruck, Österreich
18.
Internationale Case Mix Konferenz
Patient
Classification Conference PCSE 2002
Anmeldungen
über
http://www.pcse.org Ansprechperson: Univ.-Prof. Dl. Dr. Karl P. Pfeiffer, Institut für Biostatistik und Dokumentation, Schöpfstr. 41, A-6020 Innsbruck, Tel.: +43 (0) 512/507 3200,
E-Mail:
karl-peter.pfeiffer@uibk.ac.at;
Koferenzsekretariat: Gerhard Raudaschl, E-Mail:
gerhard.raudaschl@uibk.ac.at
29.-31. August 2002, Wien, Österreich
2.
Sommerakademie – Pflegearbeit – eine wissenschaftliche
Herausforderung
Kongressbüro, Fachausstellung und Programmheft:
Congress & Management GmbH, Rotenhausgasse 6/8, A-1090 Wien
Tel.: + 43 (0) 1/406 83 40, Fax: +43 (0) 1/406 83 43
E-Mail:
office@congress-man.at
18.-19. November 2002, Linz, Österreich
7.
Österreichische Konferenz Gesundheitsfördernder Krankenhäuser
PatientInnenorientierung gemeinsam verwirklichen –
Partnerschaften für Gesundheit entwickeln
Ort: Medizinisches
Ausbildungszentrum des AKH Linz, Krankenhausstraße 9, A-4020
Linz
Details im Internet unter:
www.univie.ac.at/oengk/7-konferenz
Konferenzinformationen: Brigitte Wilhelm, Netzwerk
Gesundheitsfördernder Krankenhäuser, Rooseveltplatz 2/4, A-1090
Wien
E-Mail:
oenetz.soc-gruwi@univie.ac.at, Tel.: + 43 (0) 1/4277 48287,
Fax: +43 (0) 1/4277-48290
24.-26. Oktober 2002, Congress Centrum Alpach, Tirol, Österreich
10.
Internationale Wissenschaftliche Tagung
Jubiläumskongress
Magersucht
– Ess-Brechsucht – Esssucht – Fettsucht
Information: Netzwerk Essstörungen,
Fritz-Pregl-Straße 5, A-6020 Innsbruck
Tel. & Fax: +43 (0) 512/57 60 26
E-Mail:
netzwerk-essstoerungen@uibk.ac.at

Berichte/Projekte
Selbstbehalt und
Entscheidungsverhalten vom Konsumenten (Patienten) und Ärzten
(Teil 1)
Im Rahmen
eines EU-BIOMED-Projektes wurde untersucht, ob und inwieweit
Selbstbehalte für Patienten (Rezeptgebühr, Arzneimittelkosten,
Kosten für Arztbesuche etc.) innerhalb unterschiedlicher
Gesundheitssysteme (Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien,
Großbritannien, Österreich) das Verordnungsverhalten von Ärzten
und das Konsumverhalten von Ärzten beeinflusst. Im Folgenden
sollen die wichtigsten Ergebnisse zum Konsumverhalten von
Hypertonie Patienten sowie von Patienten mit akuten
dyspeptischen Symptomen dargestellt werden.
Die
Annahme, dass Patienten mit schlechterem Gesundheitszustand (comorbide
Patienten) kostenbewußter seien, hat sich in vier Ländern nicht
bestätigt (Hypothese 1). Der Anteil der kostenbewußten Patienten
ist konsistent, wenn man den Durchschnitt der Selbstbehalte in
diesen Ländern berücksichtigt. In Finnland sind dies 81 Prozent
der Befragten im Gegensatz zu Frankreich mit 32 Prozent.
Finnland ist bei weitem das westeuropäische Land mit dem
höchsten Selbstbehalt bei Medikamenten, während Frankreich
diesbezüglich am niedrigsten liegt. Die übrigen Länder haben
einen Anteil von 62 bzw. 67 Prozent an “kostenbewußten
Patienten“.Signifikante
Zusammenhänge zwischen Kostenbewußtsein und Comorbidität konnte
in zwei Ländern nachgewiesen werden. In Finnland und in
Österreich. In Finnland aus den bereits genannten Gründen und in
Österreich, weil pro Medikamentenpackung Rezeptgebühr zu
bezahlen ist. Comorbide Patienten brauchen in der Regel drei bis
fünf verschiedene Medikamente. Hypothese steht in engem
Zusammenhang mit vorher genannter Hypothese, und zwar, dass
Kostenbewußtsein mit der Höhe des Medikamentenkonsums und mit
der Inanspruchnahme (Anzahl der Arztbesuche) korreliert. Ein
eindeutig signifikantes Ergebnis zeigte sich wiederum in
Finnland, aber auch in Österreich ist dieses Ergebnis schwach
signifikant. Alle anderen Länder zeigten diesen statistischen
Zusammenhang nicht. Der Zusammenhang mit der Anzahl der
Arztbesuche ist wiederum nur für Finnland nachweisbar. Somit
kann zusammenfassend der Schluß gezogen werden, dass
insbesondere in Finnland, wo ein graduiertes
Rückerstattungssystem mit hohem Selbstbehalt gegeben ist, die
Patienten kostenbewußter sind in Relation zu ihrem
Gesundheitszustand, Anzahl der Medikamente und Anzahl der
Arztbesuche. Einzig in Österreich konnten diese Zusammenhänge
ebenfalls aufgezeigt werden, allerdings wesentlich schwächer als
in Finnland. Dies ist, wie bereits erwähnt, dadurch zu erklären,
daß pro verschriebener Packung zum Zeitpunkt der Erhebung, ATS
50,-- zu bezahlen waren. In England, das ebenfalls wie
Österreich ein „fix-charge-system“ hat, konnten diese Ergebnisse
schon deshalb nicht verifiziert werden, weil alle Personen ab 65
Jahren von der Rezeptgebühr befreit sind und gerade Hypertonie
bei älteren Patienten häufiger auftritt. Weitere Hauptfragen –
und damit Hypothesen – waren konditionsunabhängig und
beschäftigten sich damit, wie weit kostenreduzierende Strategien
angewandt werden. Die Art derartiger Strategien variiert sehr
stark zwischen den teilnehmenden Ländern. So werden in England,
Finnland und Italien wesentlich häufiger derartige Strategien
von kostenbewußten Patienten angewandt. Im Gegensatz dazu werden
von Patienten in Frankreich, Deutschland oder Österreich
derartige Strategien kaum verwendet und sind deshalb wenig
signifikant. Im Gegensatz dazu werden gerade in „fix charges
systems“ (A, G, UK) arztbezogene Strategien (z.B. den Arzt zu
bitten, die möglichst größte Packung zu verschreiben) vermehrt
eingesetzt. Es zeigen sich auch signifikante Zusammenhänge,
während dies für Frankreich und Italien nicht zutrifft. Während
in Finnland Patienten vermehrt derartige Strategien anwenden. In
einer weiteren Kategorie ging es um kostenreduzierende
Strategien (auf Apotheken bezogen), in denen Patienten
beispielsweise nicht alle auf einem Rezept verschriebenen
Medikamente einlösen, oder um gleichwertige, günstigere
Medikamente fragen. Dies trifft nur für Frankreich und wiederum
für Finnland zu. Einer weitere allgemeine, nicht symptombezogene
Untersuchungsfrage war hinsichtlich nicht
verschreibungspflichtiger Medikamente. Das heißt, hinsichtlich
Preis von OTC-Produkten (over the counter) versus
Rezeptgebühren. In europäischen Ländern können auch nicht
verschreibungspflichtige Medikamente rückerstattet werden. Zum
Beispiel in Frankreich und Deutschland. Aber auch in Österreich,
wo nicht verschreibungspflichtige Medikamente „auf Rezept“
verschrieben werden können. In diesen Ländern ist auch der
Anteil an Selbstmedikation relativ gering. Im Gegensatz dazu ist
in Ländern wie Großbritannien der Anteil an Selbstmedikation
sehr hoch und eng mit dem Anteil des nicht
verschreibungspflichtigen Marktes verbunden. Dadurch wird auch
teilweise erklärt, warum beispielsweise in Großbritannien
Patienten apothekenbezogene Strategien vermehrt auch in der Form
anwenden, daß sie um günstigerer Alternativen in der Apotheke
fragen. OTC-Preise im Vergleich mit dem Preis verschriebener
Medikamente in Systemen mit Selbstbehalt oder Rezeptgebühren in
fix-charge Systemen sind bestimmende Faktoren, um
Patientenentscheidungen zu beeinflussen. In Großbritannien,
Deutschland und in kleineren Bereichen auch in Österreich ist
die Rezeptgebühr höher als die OTC-Preise. Während in Frankreich
OTC-Preise vielfach höher sind als die verschriebenen
Medikamentenpreise (in Frankreich werden vielfach Generica
verschrieben) und deshalb strebt der Patient nach dem
niedrigsten „verschreibbaren Medikament“ und ist daran
interessiert, ein „billiges“ Medikament verschrieben zu
bekommen. Die gegenständliche Untersuchung konnte sehr schön
zeigen, daß Patienten stark systembezogen agieren.
Beispielsweise nützt ein finnischer Patient alle innerhalb
dieser Befragung angebotenen Strategien (patienten-, arzt-
apothekenbezogen); österreichische und deutsche Patienten eher
arztbezogene Strategien (Fragen nach größerer Packung bzw.
längerer Zeitperiode der Verschreibung) und französische
Patienten fragen hauptsächlich in der Apotheke nach einer
günstigeren Alternative. Als Kontrollvariable waren Patienten
mit Befreiung von Rezeptgebühren oder Selbstbehalten vorgesehen.
Österreichische Patienten konnten hier in diese Untersuchung
nicht eingehen, weil der Anteil an befreiten Personen im Sample
zu gering war. Als weitere Hypothese wurde angenommen, daß der
Einkommenslevel das Kostenbewußtsein beeinflußt. Patienten mit
niedrigerem Einkommen sind kostenbewußter. Dieser erwartete
Zusammenhang konnte in Finnland, Deutschland und Großbritannien
bestätigt werden. Ähnliche Zusammenhänge ergaben sich auch
hinsichtlich der Anwendung von kostenreduzierenden Strategien.
Dr. Reli
Mechtler, Tel.: 0732/2468-9383, Fax: 0732/2468-9347, E-Mail:
ipg@jk.uni-linz.ac.at
Diabetes-Projekt optimiert Aufklärung und Behandlung
Laut Einschätzung
der WHO ist Diabetes mellitus eines der Krankheitsbilder mit den
größten Steigerungsraten. Rund fünf Prozent der Bevölkerung sind
davon betroffen. In einem Projekt, das vom Land Oberösterreich,
der oö. Gesellschaft für Allgemeinmedizin (OBGAM) und der OÖ
Gebietskrankenkasse getragen wird, soll die Erkennung und
Behandlung von Diabetes-Typ II optimiert werden. Damit soll ein
wichtiger Beitrag zum Gesundheitsziel Nummer Eins in
Oberösterreich geleistet werden: bis zum Jahr 2010 die
Diabetes-Folgen um 15 Prozent zu senken. Das Pilotprojekt läuft
seit Jahresbeginn in den Bezirken Urfahr-Umgebung, Rohrbach,
Freistadt, Gmunden und Wels-Land und wird zwei Jahre dauern.
Gesteuert wird es hauptsächlich von 20 speziell geschulten
Ärzten. Es sollen insgesamt rund 700 Patientinnen und Patienten
einbezogen werden, wobei es für rund 300 zusätzlich ein
Schulungsprogramm nach dem sogenannten Düsseldorfer Modell geben
wird. Bewusst wurden ländliche Regionen gewählt, weil es dort
sowohl bei der Aufklärung als auch bei der Behandlung noch
einigen Nachholbedarf gibt. Große Probleme ergeben sich daraus,
dass Diabetes-Typ II in vielen Fällen zu spät erkannt wird.
Häufige Diabetes-Folgen sind unter anderem Amputationen,
Blindheit, Nierenversagen und Schwangerschaftskomplikationen.
Anhand des Vergleichs mit einer Kontrollgruppe kann nach
Beendigung des Projekts festgestellt werden, wie weit sich die
Lebensqualität und der Gesundheitszustand der betreuten und
geschulten Patientinnen und Patienten verbessert hat. Im Rahmen
des Projekts werden möglichst alle Dienstleister mit einbezogen,
wie neben den niedergelassenen Ärzten beispielsweise auch die
örtlichen Spitäler, die Selbsthilfegruppen, die
Orthopädieschuhmacher und Fußpfleger. Die Vernetzung der
Dienstleister gehört genauso zu den Grundsätzen der Arbeit wie
die Berücksichtigung der Kundenzufriedenheit, ein effizienter
Einsatz der bereitstehenden Mittel und die Betreuung in einer
genau definierten Qualität. Die Schulungen werden einheitlich
nach dem Düsseldorfer Modell ablaufen. In vier
Unterrichtseinheiten von je 90 Minuten werden die Themenbereiche
Selbstmessungen, Beschwerden, Gefahren, Ernährung, Fußpflege,
Gymnastik und körperliche Bewegung erörtert. Die Betreuung
umfasst pro Quartal einen kleineren und einmal pro Jahr einen
größeren medizinischen Check. Neu bei dieser Betreuung chronisch
Kranker ist der gezielte Einsatz von Instrumenten des
Qualitätsmanagements. An erster Stelle stehen Ziele und
Kontrollvereinbarung, die gemeinsam mit dem Betroffenen
festgelegt werden. Das Hinarbeiten auf ein persönliches
Behandlungsziel und die Überprüfung des Erfolges bilden das
Gerüst der Betreuung. Dokumentiert wird die Betreuung im
österreichischen Diabetes-Pass, den die Patientinnen und
Patienten immer bei sich tragen sollten. Diabetes wird damit zu
einem Musterbeispiel, wie chronisch Kranken wirkungsvoll
geholfen werden kann. Um den Erfolg des Pilotprojekts überprüfen
zu können, wurden sehr konkrete Ziele formuliert. So sollen 80
Prozent der Diabetiker in den Arztordinationen betreut werden.
Ein weiteres Ziel betrifft die Mitarbeit und Motivation der
Patientinnen und Patienten. Sie sollen die Betreuung zu
mindestens 90 Prozent nicht abbrechen und bis zum Projektende
durchziehen. Das selbe gilt auch für die teilnehmenden Ärzte.
Die Patientinnen und Patienten sollen überdies 90 Prozent der
wichtigsten Untersuchungen regelmäßig durchführen lassen. Das
Projekt ist ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung des ersten der
elf oberösterreichischen Gesundheitsziele: Die Zahl der
Diabetes-Folgen soll bis zum Jahr 2010 um 15 Prozent reduziert
werden. Das Projekt vernetzt die Dienstleister und nützt
bestehende Strukturen aus. Auf diese Weise können in
Oberösterreich auch die Voraussetzungen für eine flächendeckende
Diabetesbetreuung bei definierter Qualität geschaffen werden.
Dr. Heide Said, OÖ
Gebietskrankenkasse, Tel: 0732/7807-3929, Fax: 0732/7807-3246,
E-Mail:
heide.said@ooegkk.at

Neuerscheinungen
Sylvia Groth und Éva Rásky (Hrsg.):
Sexualitäten
Interdisziplinäre Beiträge zu Frauen und Sexualität. Studien
Verlag, Innsbruck-Wien-München-Bozen 2001, 181 S., € 18,- ISBN
3-7065-1500-8
Der vorliegende Reader spannt einen bunten Themenbogen über das
im Untertitel genannte Generalthema. Institutionalisierte
Sexualberatung, Umgang mit Erotik und Sexualität in der
frauenärztlichen Praxis, Sexualität von Frauen in Österreich,
Legenden Mythen und Vorurteile in der Sexualität, die verhütete
Sexualität in Form medizinischer Bemächtigung des Lebens sowie
kulturwissenschaftliche Überlegungen zu Frauen im Zusammenhang
von Altern und Sexualität sind einige der Themen, die mit
unterschiedlichen methodischen Zugängen und Sichtweisen aus
Praxis und Theorie behandelt werden
Michaela Gehring et al. (Hrsg.):
Familienbezogene Pflege
Verlag Hans
Huber, Bern 2001, 260 S., € 26,95 ISBN 3-456-83590-6
In den
Beiträgen des vorliegenden Sammelbandes wird die Familie in den
Mittelpunkt pflegerischer Interventionen gerückt. Damit wird
erstmalig das Konzept der familienbezogenen Pflege thematisiert.
Die Autoren und Autorinnen stellen die theoretischen und
praktischen Aspekte der familienbezogenen Pflege dar und
beschreiben sowie definieren die Grundlagen der
familienbezogenen Pflege. Sie zeigen die Anwendungsmöglichkeiten
der familienbezogenen Pflege im Rahmen von Forschung,
Fallstudien, Familieninterviews und Familieninterventionen sowie
der intensiven ambulanten Pflege. Des weiteren wird das „Family
Health Nurse“ Konzept der WHO erklärt, welches auf deutsche
Verhältnisse übertragen wird. Die Umsetzungsmöglichkeiten des
Konzepts in Politik, Bildung und ambulanter Pflege werden
dargestellt und abschließend wird der zukünftige Arbeitsalltag
einer Family Health Nurse beschrieben.
Friedrich Hartl und Dietmar Wernisch:
Qualitätsmanagement in Gesundheitseinrichtungen
Konzeption
– Implementierung – Verbesserung. Verlag der Österreichischen
Ärztekammer, Wien 2001, 142 S. (mit einer CD-ROM), € 37,80 ISBN
3-901488-24-3
Für Krankenhäuser besteht in Österreich seit 1993 die
Verpflichtung zur Qualitätssicherung und für Vertragsarztpraxen
wurde diese jüngst eingeführt. Die vorliegende Publikation ist
eine kompakte Information, welche mit den Grundlagen des
Qualitätsmanagements, Begriffen und Systemen vertraut macht und
mittels zahlreicher Praxisbeispiele eine Anleitung zur
Einführung eines schlanken aber wirkungsvollen
Qualitätsmanagementsystems in Krankenhäusern, Institutionen und
Ordinationen bietet. Das Buch bietet außerdem einen Überblick
über internationale Aktivitäten der Qualitätssicherung im
Gesundheitsbereich sowie über andere Normungsvorhaben im
Gesundheitsbereich und verwandte Normenwerke
Petra
Kolip (Hrsg.):
Gesundheitswissenschaften
Eine
Einführung. Juventa Verlag, Weinheim-München 2002, 294 S., €
19,- ISBN 3-7799-1563-4
Welchen
Einfluss hat der demografische Wandel auf die gesundheitliche
Versorgung? Welche Konsequenzen ergeben sich durch den
medizinischen Fortschritt? Wie lassen sich die Finanzströme im
Gesundheitswesen besser steuern? Welche Ansatzpunkte bieten
sich, um die Gesundheit der Bevölkerung, insbesondere
benachteiligter Bevölkerungsgruppen, nachhaltig zu verbessern?
Dies sind Fragen, die zu beantworten, sich die
interdisziplinären Gesundheitswissenschaften zur Aufgabe gemacht
haben. Dabei steht das Bemühen im Vordergrund, den auf das
Individuum bezogenen Ansatz der Medizin durch einen
bevölkerungs- und systembezogenen Blick zu ergänzen. Die zwölf
Beiträge des Sammelbandes geben einen Überblick über die
Kerndisziplinen der Gesundheitswissenschaften und beleuchten
einige Anwendungs- und Berufsfelder.
Klaus Zapotoczky et al. (Hrsg.):
Medizinische Kommunikation auf dem Prüfstand
Wie sag‘
ich’s meinem Patienten? Universitätsverlag Rudolf Trauner, Linz
2002, 153 S., € 11,80 ISBN 3-85487-347-6
Der
vorliegende Reader behandelt in einem interdisziplinären Ansatz
die Fortschritte und Mängel in der medizinischen Kommunikation.
Die einzelnen Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit der
heilsamen Kraft des Wortes als unverzichtbarer Bestandteil der
Heilkunst, der optimalen Gestaltung des Beziehungsgeflechts
Ärzte – Pflegepersonen – Patienten und den Möglichkeiten einer
Sterbebegleitung, die den todkranken Menschen angepasst ist. Die
Bedeutung menschlicher Zuwendung angesichts einer immer stärker
technikorientierten Medizin wurde aus der Sicht von Akteuren im
Gesundheitswesen aus den unterschiedlichsten Bereichen
(Interessenvertretungen, Selbsthilfegruppen,
Krankenversicherungen und pharmazeutischer Industrie)
beleuchtet.
Oskar Meggeneder und Horst Noack (Hrsg.):
Reform des Gesundheitssystems
Wer
profitiert – Wer verliert? Institut für Gesellschafts- und
Sozialpolitik, Linz 2002, 280 S., € 21,15 ISBN 3-900581-36-3
Der
Gesundheitsmarkt unterscheidet sich von den allgemeinen Güter-
und Dienstleistungsmärkten durch einen erhöhten
Steuerungsbedarf. Die Steuerung setzt aber im Regelfall am Input
an. Dies allerdings mit mäßigem Erfolg. Im vorliegenden
Sammelband wird daher auf die outcomeorientierte Steuerung
eingegangen. Neue Versorgungs- und Steuerungsmodelle könnten ein
Ansatz sein, um den freien und gleichen Zugang zum
Gesundheitssystem auch bei relativ knapper werdenden Budgets zu
sichern. Auch wenn die 21 im vorliegenden Reader enthaltenen
Beiträge keine schlüssige und endgültige Antwort auf die Frage
geben können, in welcher Richtung sich das österreichische
Gesundheitssystem entwickeln soll, so liefern sie dennoch
wertvolle Anstöße dafür, wo Bewährtes erhalten werden soll und
welche Bereiche eine rasche und nachhaltige Veränderung
erfordern
Sue Johnson (Hrsg.):
Interdisziplinäre Versorgungspfade
Pathways of
care. Verlag Hans Huber, Bern 2002, 235 S., € 29,95 ISBN
3-456-83315-6
Die
deutschsprachige und bearbeitete Ausgabe des 1997 in Oxford
erschienen Buches beschreibt alle wesentlichen
Versorgungsleistungen von Gesundheitsberufen im Rahmen der
integrierten und interdisziplinären Versorgung von
Patientengruppen in einem zuvor definierten Ziel- und
Zeitrahmen. Es stellt des weiteren ein Instrument vor, zur
effektiven, preiswerten, koordinierten und qualitativ
hochwertigen Versorgung von Patienten in einem Umfeld
zunehmender gesundheitsökonomischer Beschränkungen. Die Autorin
beschreibt die Elemente, Entwicklung und Effekte von
interdisziplinären Versorgungspfaden und zeigt, wie sie in
verschiedenen Praxisfeldern eingeführt, umgesetzt und bewertet
werden können. Patienten werden davon durch eine schnellere,
wirkungsvollere und preiswertere Versorgung profitieren.
Klaus-Jürgen Preuß et al. (Hrsg.):
Managed Care
Evaluation
und Performance-Measurement integrierter Versorgungsmodelle.
Schattauer Verlag, Stuttgart 2002, 310 S. € 40,95 ISBN
3-7945-2099-8
Auf der
Grundlage eines vom Berliner Zentrum Public Health und der
Deutschen Krankenversicherung im Jahr 2000 abgehaltenen
Symposions, haben die Herausgeber einen Sammelband
veröffentlicht, der sich als Führer durch das mittlerweile schon
schwer überschaubare Gebiet integrierter Versorgungsmodelle und
der damit verbundenen Evaluationsansätze und Evaluationsmethoden
versteht. Wie ein roter Faden zieht sich die Frage nach dem
Nutzen innovativer Modelle und nach den Auswirkungen von Managed
Care auf Effizienz und Qualität der Versorgung durch. Die
Autoren – durchwegs fundierte Kenner mit Managed Care
Erfahrungen – schätzen die Übertragbarkeit integrierter
Versorgungsmodelle auf die EU-Mitgliedsländer ein, wie sie in
der Schweiz und den USA zur Anwendung kommen. Einigkeit scheint
in der Diskussion um neue Versorgungsmodelle darüber zu
bestehen, dass Kommunikation und Kooperation zum Wohle der
Patienten und zur Effizienzsteigerung gefördert werden müssen.
Stefan
Spycher:
Risikoausgleich in der
Krankenversicherung
Notwendigkeit, Ausgestaltung und Wirkungen. Verlag Paul Haupt,
Bern-Stuttgart-Wien 2002, 294 S., € 42.-
ISBN 3-258-06447-4
Als
Risikoausgleich wird im schweizerischen
Krankenversicherungsgesetz die Umverteilung von
Beitragseinnahmen zwischen den Krankennversicherungen
bezeichnet. Kassen mit einem hohen Anteil von Versicherten die
geringe Ausgaben verursachen, also sogenannten guten Risiken
entrichten Abgaben an einen Ausgleichsfonds zugunsten von
Krankenversicherungen mit einem hohen Anteil schlechter Risiken.
Dieser Ausgleichsmechanismus wird von den Experten sehr
unterschiedlich eingeschätzt und die Meinungen reichen von
völliger Ablehnung bis hin zur Forderung nach einem großzügigen
Ausbau. Spychers Grundthese ist, dass ein Risikoausgleich in
einem obligatorischen Krankenversicherungssystem dann notwendig
ist, solange die Krankenversicherungen keine individuellen
Risikoprämien verlangen dürfen. Er unterzieht das bestehende
schweizerische System des Risikoausgleichs einer kritischen
Analyse, entwickelt mehrere alternative Risikoausgleichsmodelle
und untersucht deren Auswirkungen auf die Umverteilung unter den
Versicherungen. Die vorliegende Arbeit liefert eine theoretisch
und empirisch abgestützte, sachliche Basis für die weitere
Auseinandersetzung mit diesem brisanten Thema, das in letzter
Zeit auch in Österreich zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Hans-Peter Beck-Bornholdt und Hans-Hermann Dubben:
Der
Schein der Weisen
Irrtümer
und Fehlurteile im täglichen Denken. Hoffmann und Camp, Hamburg
2002 (3. Aufl.), 207 S., € 19,50
ISBN 3-455-09340-X
Im
allgemeinen schließen wir aus aktuellen Informationen, mit
welcher Wahrscheinlichkeit ein künftiges Ereignis eintreten
wird. Zum Beispiel wird aus der Farbe des Abendhimmels auf das
Wetter von morgen geschlossen. Wir bedienen uns bei diesen
Schlussfolgerungen der Wahrscheinlichkeitslogik, die sich von
der uns vertrauteren deterministischen Wenn-dann-Logik
unterscheidet. Obwohl dieser Unterschied schon lange bekannt
ist, wird er selbst von der Wissenschaft erfolgreich verdrängt.
Die möglichen Folgen sind Fehlschlüsse mit manchmal fatalen
Konsequenzen, wenn zum Beispiel medizinischen Entscheidungen und
Gerichtsurteile auf diesen Denkfehler beruhen. Die Autoren
bringen hierzu in unterhaltsamer Form zahlreiche Beispiele aus
den unterschiedlichsten Bereichen. Insbesondere das Kapitel:
„Die Lebenslüge der medizinischen Forschung“ macht nachdenklich
Wolfgang Hellmann (Hrsg.):
Management von Gesundheitsnetzen
Theoretische und praktische Grundlagen für ein neues Berufsfeld.
Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2001, 298 S., € 51,40
ISBN 3-17-016557-7
Angesichts
der Finanzierungsengpässe, beginnen die Akteure im
Gesundheitswesen sich zunehmend mit kostengünstigen und trotzdem
qualitativ hochwertigen Versorgungsformen zu beschäftigen. Mit
einiger Verspätung entstehen auch in Österreich verschiedene
Modelle integrierter Gesundheitsnetze. Insbesondere komplexe und
sektorenübergreifende Versorgungsstrukturen machen ein
professionelles Management zwingend notwendig. Der vorliegende
Sammelband stellt grundlegende Informationen für ein effizientes
Netzmanagement bereit. Im Mittelpunkt stehen dabei Aspekte des
Kosten- und Erlösmanagements, des Qualitätsmanagements und der
Führung. Erfahrungsberichte bestehender Netze, Tipps zur
Netzgestaltung und Hinweise auf entsprechende
Fortbildungsmöglichkeiten sowie wichtige Institutionen und
Verbände runden den lesenswerten Sammelband ab.
Roger S. Kirby et al. (Hrsg.):
Männerheilkunde
Verlag Hans
Huber, Bern 2002, 328 S., € 49,95 ISBN 3-456-83690-2
Männer
sterben früher als Frauen. Dennoch werden männerspezifische
Krankheitsrisiken in der deutschsprachigen Medizin kaum oder
bestenfalls als Erkrankungen des Urogenitalsystems wahrgenommen.
Der vorliegende aus dem Englischen übersetzte Sammelband möchte
im deutschsprachigen Raum anstoßen, was sich in den
angelsächsischen Ländern schon längst durchgesetzt hat, nämlich
die Etablierung von Männerheilkunde als medizinische
Teildisziplin. Das umfassende Lehrbuch möchte gegen die
Zersplitterung der Männerheilkunde angehen. Es behandelt das
gesamte Spektrum von den kardiovaskulären über die
gastrointestinalen, chirurgischen und dermatologischen bis hin
zu den urogenitalen und psychiatrischen Erkrankungen, die Männer
typischerweise häufiger treffen.
Axel
Mühlbacher:
Integrierte Versorgung:
Management und Organisation.
Eine
wirtschaftswissenschaftliche Analyse von Unternehmensnetzwerken
der Gesundheitsversorgung. Verlag Hans Huber, Bern 2002, 297 S.,
€ 24,95 ISBN 3-456-83808-5
Die
Reformwut der deutschen Gesundheitspolitik wirkt sich nur selten
zum Vorteil der Patienten und Versicherten aus. Die
Gesundheitsreform 2000 hat allerdings mit ihrer Anregung
„Integrierte Versorgungsformen“ einzuführen, eine durchaus
erfreuliche Entwicklung ausgelöst. Allgemeinmediziner,
Fachärzte, Krankenhäuser sowie Pflege- und
Rehabilitationseinrichtungen beginnen enger zu kooperieren als
bisher. Die Patienten können durch ein besser abgestimmtes
Pflege- und Behandlungsmanagement nur profitieren. Mühlbacher
beschreibt in seinem Buch die Mängel der tradierten
Versorgungsstrukturen und entwickelt Vorschläge für eine
stärkere Integration der ambulanten und stationären Versorgung;
Stichwort: Disease-, Case- und Utilizationmanagement. Dies sind
Versorgungsformen die geeignet sind, die Qualität und
Wirtschaftlichkeit des Gesundheitswesens zu erhöhen. Besonderes
Gewicht legt der Verfassers auf das praktische Management, die
notwendigen organisatorischen, kulturellen und personellen
Ressource und die Durchsetzung von Qualitäts- und
Kostenstandards.
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