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Termine
2.-5. Oktober 2002, Innsbruck, Österreich
18.
Internationale Case Mix Konferenz Patient Classification
Conference PCSE 2002
Anmeldungen
über
http://www.pcse.org
Ansprechperson: Univ.-Prof. Dl. Dr. Karl P. Pfeiffer, Institut
für Biostatistik und Dokumentation, Schöpfstr. 41, A-6020
Innsbruck, Tel.: +43 (0) 512/507 3200
E-Mail:
karl-peter.pfeiffer@uibk.ac.at;
Koferenzsekretariat: Gerhard Raudaschl, E-Mail:
gerhard.raudaschl@uibk.ac.at
4.-5.
Oktober 2002, Graz, Österreich
7.
Grazer Kongress für neue Wege in der Geburtshilfe und
Wochenbettperiode
Bildungszentrum Raiffeisenhof/Graz
Information: Eltern – Kind – Zentrum
Frau Birgit Bernhardt, Bergmanngasse 10, 8010 Graz
Tel.: +43 (0)316/37 81 40, Fax: +43 (0)316/37 81 40 22, E-Mail:
ekiz.graz@utanet.at
24.-26. Oktober 2002, Congress Centrum Alpach, Tirol, Österreich
10.
Internationale Wissenschaftliche Tagung: Magersucht –
Ess-Brechsucht – Esssucht – Fettsucht
Information: Netzwerk Essstörungen,
Fritz-Pregl-Straße 5, A-6020 Innsbruck
Tel. & Fax: +43 (0) 512/57 60 26
E-Mail:
netzwerk-essstoerungen@uibk.ac.at
7.-8.
November 2002, Bern, Schweiz
Die
Schweizer Psychiatrieversorgung im internationalen Vergleich
Anmeldung
und Information: Frau Francine Perret, Universitäre
Psychiatrische Dienste Bern, Universtitätsklinik für Sozial- und
Gemeindepsychiatrie, Bolligenstraße 111, CH-3000 Bern 60
Tel.: 004131 930 99 15, Fax: 004131 930 99 88
E-Mail:
francine.perret@gef.be.ch
18.-19. November 2002, Linz, Österreich
7.
Österreichische Konferenz Gesundheitsfördernder Krankenhäuser:
PatientInnenorientierung gemeinsam verwirklichen –
Partnerschaften für Gesundheit entwickeln
Medizinisches Ausbildungszentrum des AKH Linz,
Krankenhausstraße 9, A-4020 Linz
Details im Internet unter:
www.univie.ac.at/oengk/7-konferenz
Konferenzinformationen: Brigitte Wilhelm, Netzwerk
Gesundheitsfördernder Krankenhäuser, Rooseveltplatz 2/4, A-1090
Wien, E-
Tel.: + 43 (0) 1/4277 48287, Fax: +43 (0) 1/4277-48290
Mail:
oenetz.soc-gruwi@univie.ac.at

Berichte/Projekte
Selbstbehalt und Entscheidungsverhalten vom Konsumenten (Patienten) und Ärzten (Teil 2)
Im Rahmen
eines EU-BIOMED-Projektes wurde untersucht, ob und inwieweit
Selbstbehalte in unterschiedlichen Gesundheitssystemen das
Verordnungsverhalten von Ärzten und das Konsumverhalten von
Patienten beeinflussen. Im Newsletter 2/2002 wurde über
allgemeine Ergebnisse berichtet. Im vorliegenden Beitrag werden
die Befragungsergebnisse von PatientInnen in Österreich,
Griechenland, Italien und UK am Beispiel Dsypepsie
dargestellt.Die Annahme, dass ein Zusammenhang zwischen
Kostenbewusstsein und Comorbidität gegeben ist, wurde in
Österreich und Großbritannien bestätigt. Ein signifikanter
Zusammenhang zwischen dem Konsum von verschriebenen Medikamenten
(high users) sowie die Inanspruchnahme von Arztleistungen und
Kostenbewußtsein ergab sich nur für Österreich. In Deutschland
und Großbritannien sind die Ergebnisse ähnlich aber nicht
signifikant. Die Annahme, dass kostenbewußte Patienten eher
kostenreduzierende Strategien anwenden, hat sich insbesondere
für Patienten in Deutschland, Italien und Großbritannien
ergeben. In diesen Ländern werden vier bis fünf unterschiedliche
Strategien angewandt. Für österreichische Patienten ist nur eine
einzige Strategie, wenn überhaupt, relevant; und zwar, dass
nicht alle auf einem verschriebenen Rezept angegebenen
Medikamente eingelöst werden.In den Ländern mit „Fix charge
systems“ (A, G, UK) besteht ein signifikanter Zusammenhang, dass
kostenbewusste Patienten entweder nach einer größeren Packung
oder den Arzt nach einer Verschreibung für eine längere
Zeitperiode bitten. In Österreich zeigte sich noch eine weitere
Strategie als relevant, und zwar: Nach einem freien Arztmuster
zu fragen. Dies mag auch damit zusammenhängen, dass Ärzte in der
Focusgruppe angegeben haben, dass sie freie Arztmuster auch dann
vergeben, wenn sie testen wollen, wie weit der Patient dieses
verträgt beziehungsweise wie er darauf anspricht. Dass
kostenbewusste Patienten sich eher ein Medikament verschreiben
lassen, als ein OTC-Produkt direkt in der Apotheke zu kaufen,
trifft stark auf Italien zu (hat von den Ländern im Vergleich
die niedrigste Rezeptgebühr, 1.5 Euro).
Ein
Zusammenhang zwischen Kostenbewusstsein und Einkommen konnte nur
für England und Italien gezeigt werden. In Österreich ist
auffallend, dass es sowohl in den unteren als auch in den oberen
Einkommensklassen eine hohe Anzahl an kostenbewussten Patienten
gibt und hier keine Unterschiede ausgemacht werden konnten.
Zusammenfassend kann aus der Studie und den Vergleichen der
Schluss gezogen werden, dass sowohl für das chronische als auch
für das akute Symptombild in einem graduierten System mit hohem
Selbstbehalt für beinahe alle getroffenen Annahmen signifikante
Zusammenhänge bestehen. Für Österreich, als Land mit „fix-charge-system“
gilt, dass ein Zusammenhang zwischen dem Gesundheitsstatus sowie
der Inanspruchnahme von Leistungen und Kostenbewusstsein bei den
Patienten besteht. Bei Patienten mit akuten Symptomen ist dies
stärker ausgeprägt. Typisch für unser System mit einheitlicher
fixer Rezeptgebühr ist, dass kostenreduzierende Strategien kaum
relevant sind, bis auf die Verschreibung der größtmöglichen
Packung. Bei einem akuten Symptom, wie Dsypepsie wird (auch in
Österreich) direkt über die OTC-Produkte versucht,
kostengünstiger zu einem Medikament zu kommen.
Dr. Reli
Mechtler, Tel.: 0732/2468-9383, Fax: 0732/2468-9347, E-Mail:
ipg@jk.uni-linz.ac.at
Hereditäre Krebserkrankungen:
Prädiktive genetische Diagnostik bei Brust- und Dickdarmkrebs
Fortschritte in den gentechnologischen Forschung machten es
möglich, genetische Dispositionen auch für Krebserkrankungen zu
entdecken. Da die Identifizierungen und Assoziationen von
Mutationen auch mit häufigen Erkrankungen zunehmen werden, soll
in diesem Health Technology Assessment schon jetzt der Blick für
Wesentliches im Bereich der prädiktiven genetischen Diagnostik
geschärft werden, um zukünftig sozialverträgliche
Rahmenbedingungen schaffen zu können. Brust– und
Dickdarmkarzinome zählen zu den häufigsten Krebserkrankungen
weltweit. Fünf bis zehn Prozent werden auf hereditäre Faktoren
zurückgeführt. Ein vererbtes verändertes Gen ist
hauptverantwortlich für das deutlich erhöhte Krebsrisiko. In
diesen Familien ist eine hohe Tumorfrequenz und ein junges
Erkrankungsalter wegweisend. Im Rahmen der prädiktiven
genetischen Diagnostik können bei klinisch gesunden Personen
Mutationen in Brustkrebsgenen (BRCA 1und 2) oder bei
kolorektalen Karzinomen z.B. in Reperaturgenen bzw. im APC-Gen
detektiert werden. Die Identifizierung des verantwortlichen
Gendefektes bei einem erkranktem Familienmitglied ist
wesentlich. Bei positivem Testbefund bestehen auf Grund der
Geno-/Phänotyp-Korrelationen Unsicherheitsfaktoren, ob, zu
welchem Zeitpunkt und in welchem Ausmaß die Erkrankung auftreten
wird. Das Testergebnis hat auch Auswirkungen auf die Familie und
nachfolgende Generationen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine
primäre Prävention bei hereditären Mamma- und
Kolorektalkarzinomen (Ausnahme familiäre adenomatöse Polyposis)
nicht möglich und die sogenannten Vorsorgeprogramme entsprechen
großteils Früherkennungsuntersuchungen (z.B.: Mammographie,
Kolonoskopie) in kurzen Zeitabständen. Zu den prophylaktischen
radikalen chirurgischen Interventionen zählen Mastektomie und
Kolektomie, die Akzeptanz dieser Interventionen unter den
Betroffenen ist unterschiedlich und kulturabhängig. Speziell die
prophylaktische Mastektomie wird in der wissenschaftlichen
Literatur kontrovers diskutiert, sie führt zu einer relativen
Risikominimierung von 90 Prozent, bietet jedoch keinen
hundertprozentigen Schutz. Außerdem ist der Einfluss auf die
Mortalität fraglich. Wichtig ist, dass das Krebsrisiko auch nach
prophylaktischen bzw. therapeutischen Operationen erhöht bleibt
und fortlaufende engmaschige Kontrolluntersuchungen notwendig
sind. Gerade im Zusammenhang mit der prädiktiven genetischen
Diagnostik (Labormethoden) und ihren Konsequenzen
(Risikoabschätzung, Früherkennungsuntersuchungen,
prophylaktischen Operationen) ist auf die oft unvollständige
Datenlage und die begrenzte Datenqualität hinzuweisen und es
besteht die Forderung nach einer objektiven und vollständigen
Datenpräsentation. In Österreich sind die gesetzlichen
Rahmenbedingungen für die genetische Beratung und Diagnostik im
Gentechnik-Gesetz festgelegt. Die genetische Diagnostik für das
Mammakarzinom erfolgt vorwiegend an der Univ.-Frauenklinik Wien,
die Beratung erfolgt dezentral in regionalen Beratungsstellen.
Für die kolorektalen Karzinomsyndrome erfolgt die genetische
Beratung sowie die Diagnostik an der Chirurgischen Univ.-Klinik
Wien. In Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden und
Österreich ist ein gemeinsamer Trend - genetische Beratung an
speziellen Zentren im interdisziplinären Team, definierte
Zugangskriterien für eine prädiktive genetische Testung sowie
Diagnostik in spezialisierten Labors - zu erkennen.
Problematisch erweist sich, auch auf Grund der zunehmenden
Bedarfsweckung, die größer werdende Kluft zwischen möglicher
genetischer Diagnostik und begrenzten Vorhersage-, Präventions-,
Früherkennungs- und Therapieoptionen. Eine vorausschauende
Strategieplanung mit klaren Rahmenbedingungen und dem Bezug zur
klinischen und ökonomischen Wirklichkeit ist nötig, denn den
besonderen Chancen, die durch die genetische Diagnostik
realisiert werden können, stehen hohe Qualitätsansprüche und die
Gefahr von Missbrauch gegenüber. Die heutige Betonung der
genetischen Testung beruht auf falschen Metaphern über die
Rolle, die der DNA und den Genen zukommt, auch Journalisten
beeinflussen die gesellschaftliche Stellenwertbesetzung der
prädiktiven genetischen Diagnostik. Der Fortschritt in
Forschung und Industrie kann die gesellschaftliche Diskussion
über den Bedarf nach prädiktiver genetischer Diagnostik
überholen und zukünftige Entwicklungen bestimmen. Mitbestimmen
setzt Mitwissen und Diskutieren zum richtigen Zeitpunkt voraus.
Dr. Susanne
Jonas, Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), A-1010
Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
Telefon: +43 (0)1/ 51581 / 6582, E-Mail:
sjonas@oeaw.ac.at

Neuerscheinungen
Jürg H.
Sommer: Gesundheitssysteme zwischen Plan und Markt
Schattauer
Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1999
308 S., € 39,95 ISBN 3-7945-1933-0
Der Autor,
ein Gesundheitsökonom, weist in seinem Buch darauf hin, dass
Kostendruck und das Scheitern zahlreicher Regulierungsansätze
die Gesundheitspolitik künftig dazu zwingen wird, sich
grundsätzlicher mit der Ausgestaltung der sozialen
Krankenversicherung auseinander zu setzen. Über eine
idealtypische Beschreibung regulierter (Plan) und
wettbewerbsorientierter (Markt) Systeme setzt sich Sommer mit
konkreten Beispielen auseinander. Für die wettbewerblichen
Bestrebungen in der Schweiz und den USA stellt er weniger
Marktversagen fest, sondern vielmehr ein Versagen der Politik.
Die heterogenen Verhältnisse in den USA und die dirigistischen
Maßnahmen in der Schweiz ließen eine konsequente wettbewerbliche
und dabei dennoch sozialverträgliche Ausrichtung des
Gesundheitswesen bisher in beiden Ländern scheitern. Anhand der
Beispiele Vereinigtes Königreich und Schweden weist der Autor
auch Stärken und Schwächen staatlich dirigistischer Ansätze
nach.
Wolfgang Hellmann (Hrsg.): Management von Gesundheitsnetzen
Theoretische und praktische Grundlagen für ein neues Berufsfeld.
Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2001
298 S., € 51,40 ISBN 3-17-016557-7
Angesichts
der Finanzierungsengpässe, beginnen die Akteure im
Gesundheitswesen sich zunehmend mit kostengünstigen und trotzdem
qualitativ hochwertigen Versorgungsformen zu beschäftigen. Mit
einiger Verspätung entstehen auch in Österreich verschiedene
Modelle integrierter Gesundheitsnetze. Insbesondere komplexe und
sektorenübergreifende Versorgungsstrukturen machen ein
professionelles Management zwingend notwendig. Der vorliegende
Sammelband stellt grundlegende Informationen für ein effizientes
Netzmanagement bereit. Im Mittelpunkt stehen dabei Aspekte des
Kosten- und Erlösmanagements, des Qualitätsmanagements und der
Führung. Erfahrungsberichte bestehender Netze, Tipps zur
Netzgestaltung und Hinweise auf entsprechende
Fortbildungsmöglichkeiten sowie wichtige Institutionen und
Verbände runden den lesenswerten Sammelband ab.
David Foden et al. (Hrsg.): Globalisation and the Social
Contract
European
Trade Union Institute, Brüssel 2001
356 S., € 19,90 ISBN 2-930143-80-0
Im
vorliegenden Sammelband beschäftigen sich, den Gewerkschaften
nahestehende Wissenschafter mit dem Thema Globalisierung. Die
Gewerkschaften sind in der Frage der Globalisierung gespalten.
Ein Teil ihres Klientels sind Globalisierungsgewinner und ein
Teil Verlierer. Die Gewerkschaftsstrategie ist in diesem
Zusammenhang, die Globalisierung aktiv mit zu gestalten, damit
auch die sozialen Aspekte hinreichend berücksichtigt werden.
Dieser Aspekt ist auch der Schwerpunkt der einzelnen Beiträge.
Neben einigen Grundsatzbeiträgen enthält der Sammelband
zahlreiche länder- und regionsbezogene Studien, wobei im Zentrum
der Betrachtung die Auswirkungen der Globalisierung auf die
Sozialpolitik und zum Teil auch Gesundheitspolitik stehen.
Roger S. Kirby et al. (Hrsg.): Männerheilkunde
Verlag Hans
Huber, Bern 2002
328 S., € 49,95 ISBN 3-456-83690-2
Männer
sterben früher als Frauen. Dennoch werden männerspezifische
Krankheitsrisiken in der deutschsprachigen Medizin kaum oder
bestenfalls als Erkrankungen des Urogenitalsystems wahrgenommen.
Der vorliegende aus dem Englischen übersetzte Sammelband möchte
im deutschsprachigen Raum anstoßen, was sich in den
angelsächsischen Ländern schon längst durchgesetzt hat, nämlich
die Etablierung von Männerheilkunde als medizinische
Teildisziplin. Das umfassende Lehrbuch möchte gegen die
Zersplitterung der Männerheilkunde angehen. Es behandelt das
gesamte Spektrum von den kardiovaskulären über die
gastrointestinalen, chirurgischen und dermatologischen bis hin
zu den urogenitalen und psychiatrischen Erkrankungen, die Männer
typischerweise häufiger treffen.
Axel
Mühlbacher: Integrierte Versorgung: Management und Organisation
Eine
wirtschaftswissenschaftliche Analyse von Unternehmensnetzwerken
der Gesundheitsversorgung.
Verlag Hans Huber, Bern 2002
297 S., € 24,95 ISBN 3-456-83808-5
Die
Reformwut der deutschen Gesundheitspolitik wirkt sich nur selten
zum Vorteil der Patienten und Versicherten aus. Die
Gesundheitsreform 2000 hat allerdings mit ihrer Anregung
„Integrierte Versorgungsformen“ einzuführen, eine durchaus
erfreuliche Entwicklung ausgelöst. Allgemeinmediziner,
Fachärzte, Krankenhäuser sowie Pflege- und
Rehabilitationseinrichtungen beginnen enger zu kooperieren als
bisher. Die Patienten können durch ein besser abgestimmtes
Pflege- und Behandlungsmanagement nur profitieren. Mühlbacher
beschreibt in seinem Buch die Mängel der tradierten
Versorgungsstrukturen und entwickelt Vorschläge für eine
stärkere Integration der ambulanten und stationären Versorgung;
Stichwort: Disease-, Case- und Utilizationmanagement. Dies sind
Versorgungsformen die geeignet sind, die Qualität und
Wirtschaftlichkeit des Gesundheitswesens zu erhöhen. Besonderes
Gewicht legt der Verfassers auf das praktische Management, die
notwendigen organisatorischen, kulturellen und personellen
Ressource und die Durchsetzung von Qualitäts- und
Kostenstandards.
Jan de Jonge et al. (Hrsg.): Organizational Psychology and
Health Care
Rainer
Hampp Verlag, München-Mering 2001
199 S., € 24,80 ISBN 3-87988-588-5
Die
Arbeitsbelastungen von Beschäftigten in Gesundheitseinrichtungen
sind zum Teil erheblich höher als im Durchschnitt der
Arbeitnehmer. Konsequenterweise wird den Arbeitsbedingungen, der
Arbeitssicherheit und Fragen der Gesundheit und des
Wohlbefindens bei der Arbeit in Gesundheitseinrichtungen
vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt; Stichwort:
Gesundheitsfördernde Krankenhäuser. Der von de Jonge und anderen
herausgegebene Sammelband beschäftigt sich mit der Frage, wie
den Herausforderungen in der künftigen Arbeitswelt der
Gesundheitsversorgung begegnet werden kann. Es werden Ergebnisse
aus Forschung und Praxis zu folgenden Schwerpunkten dargestellt:
Organisationsentwicklung, Arbeitsstress, Führung, Burnout und
Verbesserung der Arbeitsqualität.
Konrad Hofer: Helfen wollen und die Welt verändern
Arbeitsbedingungen von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern.
Verlag des ÖGB, Wien 2002
229 S., € 21,- ISBN 3-7035-0906-6
Der Autor
verbrachte viele Stunden mit Sozialarbeiterinnen und
Sozialarbeitern an ihren Arbeitsplätzen, führte Gespräche und
schaute ihnen bei der Arbeit über die Schulter. Er begleitete
sie zu Obdachlosen, Migranten, Arbeitslosen, Drogenabhängigen,
Haftentlassenen oder zu von gewalttätigen Männern bedrohten
Frauen. Entstanden ist daraus ein Buch, das einen sehr
unmittelbaren Einblick in die Arbeitswelt und die
Arbeitsbedingungen von Sozialarbeitern gewährt. Bei der Lektüre
gewinnt man nicht nur einen Eindruck von den sozialen
Konflikten, für deren Lösung professionelle Sozialarbeit
unerlässlich ist, sondern man gewinnt auch ein Bild von den
Herausforderungen und Belastungen, mit denen Sozialarbeiterinnen
und Sozialarbeiter täglich konfrontiert sind.
Stefan Kolb et al. (Hrsg.): Medizin und Gewissen
Wenn Würde
einen Wert darstellen würde.
Mabuse-Verlag, Frankfurt am Main 2002
472 S., € 39,- ISBN 3-933050-85-6
Im Mai
2001 veranstaltete die Vereinigung „Ärzte für Frieden und
soziale Verantwortung“ einen internationalen Kongress zum Thema
„Menschenwürde, Menschenrechte und der Fortschritt der Medizin.“
Der vorliegende, ansprechend gestaltete Tagungsband dokumentiert
die anlässlich des Kongresses gehaltenen Referate. Die bunte
Palette der Themen lässt sich in vier Blöcke gliedern. Unter dem
Oberbegriff „Menschenrechte“ lassen sich die Themen subsumieren,
die sich mit der Aufarbeitung des Nürnberger Ärzteprozesses, den
Folgen von Flucht und Folter sowie der Selbstbestimmung des
Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen beschäftigen. Unter
der Hauptüberschrift „Technologiefolgen“ sind Beiträge vereint,
die sich mit Fortpflanzungsmedizin, Stammzellenforschung und
neueren Diagnosemethoden beschäftigen. Ethik, Marktwirtschaft
und Wettbewerb im Gesundheitswesen sowie professionelle Pflege
sind Inhalt der Beiträge die dem Themenkreis
„Gesundheitspolitik“ zugeordnet werden. Abgeschlossen wird der
materialreiche Tagungsband mit Beiträgen zur Katastrophe in
Tschernobyl, Thesen zur gesellschaftlichen Kriegsbereitschaft
und der Situation der Bevölkerung im Irak, beobachtet mit den
Augen eines Arztes.
Uwe Flick (Hrsg.): Innovation durch New Public Health
Hogrefe-Verlag, Göttingen 2002
323 S., € 39,95 ISBN 3-8017-1356-3
Public
Health beschäftigt sich vor allem mit unterversorgten
Bevölkerungsgruppen und will öffentliche Hygienemaßnahmen zur
Verbesserung zu deren Versorgung bereitstellen. New Public
Health ist im Vergleich dazu breiter gefasst. New Public Health
Ansätze zeichnen in Anlehnung an das Gesundheitsverständnis der
WHO durch eine umfassende Erklärung von Lebensstilen und
Lebensbedingungen einerseits und des Gesundheitsstatus
andererseits aus. Gesundheit soll durch Unterstützung gesunder
Lebensstile und Schaffung gesundheitsfördernder Lebenswelten
entwickelt, erhalten und geschützt werden. Das Ziel des
vorliegenden Sammelbandes ist es, das innovative Potential von
Public Health für verschiedene Handlungsfelder aufzuzeigen. Ein
Schwerpunkt ist auf die Veränderung bestehender und sich selbst
verändernder wissenschaftlicher und praktischer Disziplinen
gelegt. Zu nennen sind hier beispielsweise
Gesundheitspsychologie, Medizinsoziologie, Pflege- und
Rehabilitationswissenschaften. Ein weiterer Zugang widmet sich
spezifischen Zielgruppen im Vorfeld gesundheitlicher Versorgung.
Anschließend beschäftigen sich mehrere Beiträge mit Fragen der
Versorgung, Evaluation und Qualitätssicherung. Abgeschlossen
wird der Sammelband mit Perspektiven der Veränderung von
Gesundheitssystemen durch New Public Health.
Oskar
Meggeneder und Walter Hengl (Hrsg.): Der informierte Patient
Anspruch
und Wirklichkeit.
Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik, Linz 2002
183 S., € 14,40 ISBN 3-900581-37-1
In
mehreren Bundesländern sind Patientenvertretungen eingerichtet
worden. Deren Umfang und Befugnisse sind zwar je nach Bundesland
unterschiedlich gestaltet, aber im Regelfall informieren sie die
Patienten über ihre Rechte., übernehmen die sensible Funktion
der Vermittlung zwischen Patienten und Ärzten,
Versicherungsträgern, Krankenanstalten und Ämtern. Sie bemühen
sich um Behebung des Beschwerdegrundes und leisten, falls
erforderlich, auch Hilfestellung bei der Durchsetzung von
Schadenersatzansprüchen. Die Schiedsstellen einiger Ärztekammern
bieten Patienten die Vermittlung bei Konflikten mit einem
Kammermitglied an. Zu nennen ist noch die Unterstützung der
Ombudsschaften in Krankenanstalten, psychiatrischen
Pflegeeinrichtungen und Sozialversicherungsanstalten. All den
genannten Einrichtungen ist gemeinsam, dass sie die Patienten
nur im Konfliktfall unterstützen. Der vorliegende Sammelband
behandelt jedoch darüber hinaus andere Formen der
Patientenunterstützung; insbesondere solche, die mit Empowerment
der Patienten und Stärkung von deren Eigenverantwortung
verbunden sind.
Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg.): Daten des
Gesundheitswesens
Ausgabe
2001.
Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2001
407 S., € 40,- ISBN 3-7980-7660-0
Die im
Rahmen der Schriftenreihe des Bundesministeriums für Gesundheit
herausgegebene Datensammlung versteht sich nicht nur als
Nachschlagewerk für Fachleute, sondern bietet auch jenen, die
sich aus aktuellen Gründen mit Gesundheitspolitik beschäftigen,
einen reichhaltigen Überblick. Die Ausgabe 2001 beinhaltet
wesentliche Strukturdaten zu wichtigen Bereichen der
gesundheitlichen Versorgung in Deutschland. Zum ersten Mal
erscheinen in der zweijährlich aktualisierten Zusammenstellung
Daten zur Situation in den ambulanten Pflegediensten und
Pflegeheimen. Der Bogen der zehn Kapitel spannt sich von
Bevölkerungsentwicklung, Krankheiten und Gesundheitsverhalten
über Arzneimittelmarkt, Gesundheitsberufe und
Versorgungseinrichtungen bis hin zum privaten und sozialen
Krankenversicherungswesen sowie Finanzierungsfragen des
Gesundheitswesens. In jedem Kapitel sind zahlreiche (inter)nationale
Vergleiche über Zeitreihen als Jahresübersicht und in
Schaubildern thematisch übersichtlich zusammengefasst.
Klaus-Dirk
Henke und Christian Dräger (Hrsg.): Gesundheitssysteme am
Scheideweg: Zwischen Wettbewerb und Solidarität
Nomos
Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2001
197 S., € 23,- ISBN 3-7980-7167-6
Öffentliche
Gesundheitssysteme, ihre Leistungsstandards, ihre Organisation
und Wirtschaftlichkeit stehen nicht nur in Österreich auf dem
Prüfstand. Allerdings erweist sich die Suche nach einem
möglichst gerechten und umfassenden, gleichzeitig aber auch
finanzierbaren Gesundheitssystem als schwierig. Wirtschaftliche
Überlegungen stehen medizinisch-ethischen Gesichtspunkten
gegenüber. Allenthalben wird ein Reformbedarf in der
Krankenversicherung geortet, wobei sich die Diskussion auf den
Kern zuspitzt: Öffentliche versus private Verantwortung. Dass
bei einer Gesundheitsreform der Qualitätssicherung besonderes
Augenmerk geschenkt werden muss, ist wohl unbestritten. All die
angeführten Aspekte werden im vorliegenden Sammelband behandelt.
Auch wenn der Schwerpunkt der Betrachtung auf der Situation in
der Bundesrepublik Deutschland liegt, lassen sich die
Diskussionsanstöße auf Österreich übertragen.
Heinz Barta und Gerson Kern (Hrsg.): Recht auf Gesundheit
Verlag
Österreich, Wien 2002
219 S., € 32,- ISBN 3-7046-3770-X
Der von
Barta und Kern herausgegebene Sammelband widmet sich
grundlegenden medizinrechtlichen Fragestellungen, wie
Patientenrechte und Patientenautonomie. Die in öffentlicher
Diskussion stehenden Fragen in Verbindung mit medizinischer
Forschung und Behandlung erfordern eine Besinnung auf ethische,
religiöse und philosophische Grundwerte. Gesundheit ist nicht
nur eine professionelle Angelegenheit der Mediziner; Rechte und
Pflichten nicht nur ein Berufsinteresse der Juristen. Freiheit
und Verantwortung sind mehr als nur ethische Kategorien. Glaube
und religiöse Werte sind mehr als nur theologische
Grundbegriffe. Ein interdisziplinärer Zugang im Sinne eines
konstruktiven Aufeinanderhörens ist unverzichtbar und ist eine
der großen Herausforderungen, um in Zukunft mit dem Recht auf
Gesundheit und den Schutz der Gesundheit in einer
gesellschaftspolitisch verantwortungsvollen Weise umgehen zu
können.
Thomas Elkeles und Arno Georg: Bekämpfung arbeitsbedingter
Erkrankungen
Evaluation
eines Modellprogramms.
Juventa Verlag, Weinheim-München 2002
359 S., € 28,- ISBN 3-7799-1429-8
Der
Umgang des Arbeitsmediziners mit arbeitsbedingten
Gesundheitsgefährdungen ist ein komplexer Vorgang. Damit es zur
Untersuchung von arbeitsbedingten Erkrankungen kommt, muss
zunächst eine entsprechende Gesundheitsgefährdung wahrgenommen
werden. Diese muss dem Arbeitsmediziner gegenüber auch
ausgesprochen oder von diesem wahrgenommen werden. Die
Untersuchung von arbeitsbedingten Erkrankungen, wie es das
Gesetz vorschreibt stellt die dritte Stufe im Umgang mit
Gesundheitsrisiken und Gesundheitsschädigungen dar. Die vierte
Stufe lässt sich als Bewältigung von arbeitsbedingten
Erkrankungen in dreifacher Hinsicht beschreiben: Prävention,
Kuration und Rehabilitation. Traditionellerweise liegt der
Schwerpunkt der Tätigkeit der Arbeitsmedizin in den beiden
letztgenannten Bereichen. Die von Elkeles und Georg
durchgeführte Metaanalyse von zehn Fallstudien, in welchen in
einem präventiven Ansatz arbeitsbedingte Erkrankungen bekämpft
wurden, liefert zahlreiche übertragbare Ergebnisse für eine
breite Anwendung dieses Ansatzes.
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