Termine
30. und 31. Jänner 2003, Johannes Kepler Universität Linz,
Österreich
Deutsch-/Österreichische Sozialrechtsgespräche:
Qualitätssicherung für Leistungen in der gesetzlichen
Krankenversicherung – ein aktuelles Thema für Mediziner und
Juristen
Qualitätssicherung für Leistungen in der gesetzlichen
Krankenversicherung wird in einem immer größeren Ausmaß
rechtlich normiert und tatsächlich implementiert. Das Ziel der
Deutsch-/Österreichischen Sozialrechtsgespräche 2003 ist, die
medizinische und juristische Herangehensweise an Fragestellungen
zur Qualitätssicherung aufeinander abzustimmen: Welche
Definition und Ziele der Qualitätssicherung stehen aus der
medizinischen und aus der juristischen Perspektive fest? Wie ist
mit Qualitätssicherung an der Schnittstelle zwischen Medizin und
Recht umzugehen? Welche Bedeutung haben Leitlinien und
medizinische Standards als Instrumente der Qualitätssicherung?
Wie ist Qualitätskontrolle (insbesondere auch aus
kassenrechtlicher Sicht) einzuschätzen?
Tagungsbüro: Nina Wurm, c/o OÖ Gebietskrankenkasse, Gruberstraße
77, A-4021 Linz, Österreich
(eMail
nina.wurm@ooegkk.at, tel. +43 (0)732 / 7807 – 3221)
20.-21. März 2003, Linz, Österreich
7.
Wissenschaftliche Tagung der Österreichischen Gesellschaft für
Gesundheitswissenschaften und Public Health: Unter-, Über- und
Fehlversorgung im Gesundheitswesen
Im Rahmen
der Tagung soll geklärt werden, ob Fallmanagement und
Disease-Management Wege zur Fehlervermeidung sind, welche Rolle
die Patientenbeteiligung bei der Fehlervermeidung spielt, wie
Qualitätssicherung im ambulanten Bereich in diesem Zusammenhang
zu bewerten ist, welche Rolle wissensbasiertes Handeln im
Gesundheitssystem spielt, ob Gesundheitsförderung aus Sicht der
Gesundheitssoziologie zur Optimierung des Systems beiträgt, und
wie Kommunikationsprobleme an Schnittstellen gelöst werden
können. Anlässlich der Tagung wird es auch die Gelegenheit einer
Posterpräsentation geben. Interessenten, die ihre Projekte oder
Forschungsergebnisse als Poster präsentieren wollen, können sich
ab sofort dafür im
Tagungsbüro ÖGGW&PH, Nina Wurm, c/o OÖ Gebietskrankenkasse,
Gruberstraße 77, 4021 Linz, Österreich
(E-Mail:
nina.wurm@ooegkk.at, Tel.: +43 (0)732/7807-3221) anmelden.
17.-18. Juni 2003, Graz, Österreich
Werkstatt „Gesundheit und Soziale Sicherheit“
Mittelverwendung versus Mittelverschwendung
Vier
Themenkreise sollen jeweils mit internationalen
Plenar-Referenten aus universitärer Sicht und mit
Impuls-Referenten, großteils aus der österreichischen
Sozialversicherung, in der Praktiker-Sicht bearbeitet werden.
Zu der datenbasierten Beurteilung von Qualität und
Wirtschaftlichkeit der Krankenversorgung, Disease- und
Case-Management, zu Versorgungsnetzen und Krankheitsprävention
ist geplant, Informationen über ausgewählte neue Entwicklungen
zur Verfügung zu stellen, Chancen und Gefahren dieser neuen
Entwicklungen auf Basis praktischer Erfahrungen der
TeilnehmerInnen abzuwägen, und Schlussfolgerungen für die
tägliche Aufgabenerledigung im Gesundheitswesen abzuleiten.
Für Fragen
zu dieser Veranstaltung steht Mag. Werner Bencic, OÖ
Gebietskrankenkasse, Gruberstraße 77, 4021 Linz, Österreich zur
Verfügung (E-Mail:
werner.bencic@ooegkk.at, Tel.: +43 (0)732/7807-2357).

Berichte/Projekte
Online Newsletter Konsensus Heilmittelökonomie
Ein
multidisziplinäres Team von Zuständigen für die
Wirtschaftlichkeit der Heilmittelversorgung durch die soziale
Krankenversicherung (Ärzte, Pharmazeuten,
Wirtschaftswissenschafter, Biochemiker und Juristen) widmet sich
der Argumentation und Bewertung von kostenrelevanten
Heilmittelthemen (u.a. Antihypertonika, Schmerzmittel, Präparate
zur Osteoporosetherapie und –prophylaxe, Magen-Darm-Therapeutika,
Antidepressiva, Neuroleptika, Nootropika, Asthmamittel, Coxibe),
bearbeitet Themen im Rahmen der Initiative Arznei&Vernunft,
initiiert Projekte in Kooperation mit Partnern aus der
österreichischen Gesundheitsszene (beispielsweise Erythropoietin
in der Tumoranämie, ACE-Hemmer), erarbeitet Kommentare zum
Heilmittelverzeichnis, analysiert die
Heilmittel-Kosten-Entwicklung, erstellt einen jährlichen
Portfoliobericht mit einer Trendprognose kostenrelevanter
Indikationsgruppen und den wichtigsten Botschaften zur Dämpfung
der Kosten im Heilmittelbereich, und kooperiert mit nationalen
und internationalen gesundheitsökonomisch tätigen Einrichtungen.
Dieses Team nennt sich „Argumentationsgruppe Heilmittel“. Das
Ziel ist, eine medizinisch notwendige, qualitätsgesicherte,
effiziente und ökonomische Arzneimitteltherapie zu fördern. Mit
der Herausgabe des Newsletters „Konsensus Heilmittelökonomie“
soll ein Überblick über die Ergebnisse der Argumentationsgruppe
und über vorgeschlagene Maßnahmen für Entscheidungen im
sozialversicherungsinternen sowie -externen Bereich gegeben
werden. Die Idee für diesen Newsletter ist, Entscheidungsträgern
regelmäßig kritische Bewertungen von Heilmittelthemen nach
Kriterien der Evidence Based Medicine und pharmakoökonomische
Botschaften zukommen zu lassen und zu mehr Transparenz am
Pharmamarkt beizutragen. Inhalte des Newsletters sind unter
anderem auch Abstracts aus den Vertragspartnerzeitungen der
Sozialversicherungsträger und ein Literaturservice mit
Quellenangabe. Zielgruppen des Newsletters sind
Entscheidungsträger aus Gesundheitsadministration,
Krankenanstalten, Sozial– und Privatversicherungen und alle, die
sich für heilmittelökonomische Themen interessieren. Der
Newsletter erscheint viermal jährlich online auf den Homepages
der Burgenländischen Gebietskrankenkasse (www.bgkk.at),
der Kärntner Gebietskrankenkasse (http://www.kgkk.at),
der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse (www.noegkk.at),
der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse
www.ooegkk.at, der Salzburger Gebietskrankenkasse (http://www.sgkk.at),
der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse (http://www.stgkk.at),
der Wiener Gebietskrankenkasse (www.wgkk.at),
und wird auch per E-Mail verschickt.
Kontakt:
DI Berthold Reichardt, Burgenländische Gebietskrankenkasse,
Esterhazyplatz 3, 7000 Eisenstadt (berthold.reichardt@bgkk.sozvers.at);
Dr. Michaela Pogantsch, Steiermärkische Gebietskrankenkasse,
Josef-Pongratz-Platz 1, 8011 Graz (michaela.pogantsch@stgkk.sozvers.at)
Im Rahmen der Gesundheitssysteme der EU ist die ökonomische
Bedeutung des Arzneimittelbereiches hoch: Die
Arzneimittelausgaben, die im Allgemeinen den dritthöchsten
Anteil an den Gesundheitsausgaben ausmachen, nehmen zu Lasten
der öffentlichen Hand kontinuierlich zu – mit meist höheren
Steigerungsraten als die Ausgaben für andere Leistungsbereiche.
Trotz der Harmonisierungsbemühungen, sind im EU-Binnenmarkt
beachtliche Preisunterschiede bei Arzneimitteln zu beobachten.
Selbst hinsichtlich der Verfügbarkeit von Arzneimitteln bestehen
große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten.
Primäre Zielsetzung des Projekts „Monitoring Expenditure and
Utilisation of Medicinal Products in the EU-Member States.
A Public Health Approach“ (EURO-MED-STAT) ist die Etablierung
eines Netzwerkes, um verlässliche Daten über Preise, Ausgaben
und Verbrauch von Arzneimitteln zu erhalten. In dem Projekt, das
unter Federführung Italiens (Institute for Research on
Population and Social Policies) durchgeführt wird, sind
Vertreter von 14 EU-Mitgliedstaaten (ausgenommen Luxemburg), von
Norwegen und der Weltgesundheits-organisation (WHO) eingebunden.
Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt und wird Ende 2003
abgeschlossen. Das Projekt gliedert sich im Wesentlichen in vier
Teile:
·
Bestandsaufnahme von Datenquellen, Überblick über verfügbare
Daten
·
Prüfung der Datenvalidität und -vergleichbarkeit
·
Entwicklung von Indikatoren
·
Zusammenführung und Vergleich der validierten Daten am Beispiel
der Herz-Kreislauf-Mittel
Der erste
Teil, die Bestandsaufnahme der verfügbaren Datenquellen zu
Preisen, Ausgaben und Verbrauch von Arzneimitteln, ist
abgeschlossen. Für jedes Land wurden die relevanten Datenbanken
und –quellen identifiziert und aufgelistet, und die verfügbaren
Inhalte jeder Informationsquelle wurden im Detail geprüft. Zum
Beispiel:
·
Sind die Daten zum Arzneimittelverbrauch auf nationaler oder
regionaler Ebene vorhanden?
·
Welches Segment (Krankenhausmarkt / Kassenmarkt / Gesamtmarkt
etc.) decken sie ab?
·
Wird eine ATC-Codierung verwendet?
·
Sind die Verbrauchsdaten in Defined Daily Doses (DDD)
umgerechnet?
·
Welche Preise (Apothekenverkaufspreis, Kassenpreis,
Großhandelspreis, Fabriksabgabepreis) sind verfügbar? Und für
welches Segment?
In den 14 Mitgliedstaaten der Europäischen Union und in Norwegen
wurden in Summe 75 prinzipiell relevante Datenquellen
identifiziert. In Dänemark gibt es eine zentrale Stelle, die
dänische Arzneimittelagentur, bei der Informationen über die
zugelassenen Arzneimittel, Verbrauch- wie auch Preisdaten
gesammelt und ausgewertet werden. In den übrigen Ländern sind
die Informationen bzw. Datenquellen im Allgemeinen bei
verschiedenen Institutionen angesiedelt. Grundsätzlich gibt es
eine Reihe von Informationsquellen in den Mitgliedstaaten, doch
– wie eine nähere Analyse deutlich zeigte – decken die
verschiedenen Datenbanken unterschiedliche Inhalte ab: So sind
in einigen Ländern nur Apothekenverkaufspreise oder Kassenpreise
verfügbar, bezüglich der Verbrauchsdaten gibt es zumeist nur
Informationen über den Kassenmarkt, und der Verbrauch wird nicht
in allen Mitgliedstaaten in Defined Daily Doses umgerechnet (nur
in sieben der 15 Länder kann der Arzneimittelverbrauch auch in
DDD ausgewiesen werden). Allen teilnehmenden Ländern fehlen
Informationen über den Krankenhausmarkt ‑ und zwar sowohl
hinsichtlich der Preise als auch des Verbrauchs von
Arzneimitteln. In den weiteren Arbeitsschritten sollen
Indikatoren entwickelt werden, um die verfügbaren und
validierten Daten vergleichbar zu machen. Dazu wird die Gruppe
der Herz-Kreislauf-Mittel als Beispiel herangezogen. Im November
2003 wird der Endbericht mit Empfehlungen, beispielsweise
hinsichtlich eines Harmonisierungsbedarfs, anwendbarer
Indikatoren, etc. der Europäischen Kommission übermittelt. Das
Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Förderung der
Transparenz des europäischen Arzneimittelmarktes. Für die
einzelnen Mitgliedstaaten stellt der Austausch auf europäischer
Ebene eine wertvolle Unterstützung dar, um die eigenen Systeme
weiter zu entwickeln. Innerhalb der EU haben bereits mehrere
Länder (z. B. Dänemark, Deutschland, Finnland, Norwegen,
Schweden) ein nationales Arzneimittelinformationssystem
aufgebaut und publizieren regelmäßig aktuelle Auswertungen und
Analysen zum Arzneimittelbereich.
Mag. Ingrid Rosian, Dr. Sabine Vogler, ÖBIG (Österreichisches
Bundesinstitut für Gesundheitswesen),
rosian@oebig.at,
vogler@oebig.at
Mit Blick auf die
lange Geschichte von Bemühungen, auf das Gesundheitsverhalten
von Menschen positiv einzuwirken, wurde der Zusammenhang
zwischen Einstellungen zum Gesundheitsverhalten und dem
Zahnzustand sowie dem Zahnputzverhalten, an SchülerInnen der
ersten, vierten und sechsten Schulstufe untersucht. Weiters
erfolgte ein Vergleich von SchülerInnen, die ein Programm zur
Kariesprophylaxe durchlaufen bzw. nicht durchlaufen hatten
(oberösterreichische vs. niederösterreichische Kinder). Nach
Schwarzer (1996) sind für die Steuerung von Gesundheitsverhalten
besonders folgende Variablen verantwortlich:
·
"Selbstwirksamkeitserwartung" bzw. gleichbedeutend
"Kompetenzerwartung" ist das Vertrauen einer Person in die
eigene Fähigkeit, das förderliche Gesundheitsverhalten auch
gegen Widerstände dauerhaft ausführen zu können.
·
"Ergebniserwartung" beschreibt das Ausmaß in dem vom fraglichen
Gesundheitsverhalten auch tatsächlich ein entscheidender
gesundheitsförderlicher Effekt erwartet wird.
·
"Wahrgenommene soziale Erwartungen" sind von der Person
wahrgenommenen Erwartungen des sozialen Umfeldes, etwa Normen im
Freundes- bzw. Familienkreis.
·
Die
"Bedrohlichkeit" beschreibt das Ausmaß in dem sich eine Person
durch eine Krankheit bedroht fühlt.
Wissen ist
notwendig um geeignete Gegenmaßnahmen einleiten zu können.
Eine hohe
Ausprägung der genannten Variablen sollte, so das Schwarzer´sche
Modell, zu einer starken Intentionsbildung für
Gesundheitsverhalten führen. Darüber hinaus wurden in der
Untersuchung noch soziodemografische und aus einem
strukturierten Interview hergeleitete Variablen einbezogen. Die
Ergebnisse zeigen einen Zusammenhang des Zahnzustandes mit dem
Bundesland, dem Alter und der sozioökonomischen
Schichtzugehörigkeit der Kinder. Weitere Zusammenhänge bestehen
mit den psychologischen Variablen Kompetenzerwartung,
Ergebniserwartung und Bedrohlichkeit. Das Gesundheitsverhalten
(Zahnputztechnik) zeigt Zusammenhänge mit dem Bundesland, der
Schichtzugehörigkeit, dem Wissen und der Prophylaxeorientierung
der Kinder. Mit einiger Deutlichkeit zeigen die Ergebnisse, dass
intensive Bemühungen um Zahnhygiene meist erst nach dem
Eintreten von Zahnschäden einsetzen. So lassen sich eine
elaborierte Putztechnik und eine hohe Prophylaxeorientierung
eher bei Kindern mit schlechtem Zahnzustand feststellen. Dieses
Ergebnis unterstreicht die Wichtigkeit von sehr frühen
Prophylaxemassnahmen, in die auch die Eltern miteinbezogen
werden. Dies gilt vor allem für Angehörige der unteren sozialen
Schicht, da diese Gruppe einen relativ schlechten Zahnzustand
besitzt.
Die Studie ist in
der Reihe „Gesundheitswissenschaften Papers“ Nr. 13 erschienen
(Mag. Georg Armin Stuber,
stuber@utanet.at) und kann um € 7,50
bezogen werden.
Bezugsadresse:
nina.wurm@ooegkk.at

Neuerscheinungen
Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg.):
Daten des Gesundheitswesens
Ausgabe
2001. Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2001,
407 S., € 40,-
ISBN 3-7980-7660-0
Die
im Rahmen der Schriftenreihe des Bundesministeriums für
Gesundheit herausgegebene Datensammlung versteht sich nicht nur
als Nachschlagewerk für Fachleute, sondern bietet auch jenen,
die sich aus aktuellen Gründen mit Gesundheitspolitik
beschäftigen, einen reichhaltigen Überblick. Die Ausgabe 2001
beinhaltet wesentliche Strukturdaten zu wichtigen Bereichen der
gesundheitlichen Versorgung in Deutschland. Zum ersten Mal
erscheinen in der zweijährlich aktualisierten Zusammenstellung
Daten zur Situation in den ambulanten Pflegediensten und
Pflegeheimen. Der Bogen der zehn Kapitel spannt sich von
Bevölkerungsentwicklung, Krankheiten und Gesundheitsverhalten
über Arzneimittelmarkt, Gesundheitsberufe und
Versorgungseinrichtungen bis hin zum privaten und sozialen
Krankenversicherungswesen sowie Finanzierungsfragen des
Gesundheitswesens. In jedem Kapitel sind zahlreiche (inter)nationale
Vergleiche über Zeitreihen als Jahresübersicht und in
Schaubildern thematisch übersichtlich zusammengefasst.
Klaus-Dirk Henke und Christian Dräger (Hrsg.):
Gesundheitssysteme am Scheideweg: Zwischen Wettbewerb und Solidarität
Nomos
Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2001,
197 S., € 23,-
ISBN 3-7980-7167-6
Öffentliche
Gesundheitssysteme, ihre Leistungsstandards, ihre Organisation
und Wirtschaftlichkeit stehen nicht nur in Österreich auf dem
Prüfstand. Allerdings erweist sich die Suche nach einem
möglichst gerechten und umfassenden, gleichzeitig aber auch
finanzierbaren Gesundheitssystem als schwierig. Wirtschaftliche
Überlegungen stehen medizinisch-ethischen Gesichtspunkten
gegenüber. Allenthalben wird ein Reformbedarf in der
Krankenversicherung geortet, wobei sich die Diskussion auf den
Kern zuspitzt: Öffentliche versus private Verantwortung. Dass
bei einer Gesundheitsreform der Qualitätssicherung besonderes
Augenmerk geschenkt werden muss, ist wohl unbestritten. All die
angeführten Aspekte werden im vorliegenden Sammelband behandelt.
Auch wenn der Schwerpunkt der Betrachtung auf der Situation in
der Bundesrepublik Deutschland liegt, lassen sich die
Diskussionsanstöße auf Österreich übertragen.
Heinz Barta und Gerson Kern (Hrsg.):
Recht auf Gesundheit
Verlag
Österreich, Wien 2002,
219 S., € 32,-
ISBN 3-7046-3770-X
Der von Barta und Kern herausgegebene Sammelband widmet sich
grundlegenden medizinrechtlichen Fragestellungen, wie
Patientenrechte und Patientenautonomie. Die in öffentlicher
Diskussion stehenden Fragen in Verbindung mit medizinischer
Forschung und Behandlung erfordern eine Besinnung auf ethische,
religiöse und philosophische Grundwerte. Gesundheit ist nicht
nur eine professionelle Angelegenheit der Mediziner; Rechte und
Pflichten sind nicht nur ein Berufsinteresse der Juristen.
Freiheit und Verantwortung sind mehr als nur ethische
Kategorien. Glaube und religiöse Werte sind mehr als nur
theologische Grundbegriffe. Ein interdisziplinärer Zugang im
Sinne eines konstruktiven Aufeinanderhörens ist unverzichtbar
und ist eine der großen Herausforderungen, um in Zukunft mit dem
Recht auf Gesundheit und dem Schutz der Gesundheit in einer
gesellschaftspolitisch verantwortungsvollen Weise umgehen zu
können
Thomas Elkeles und Arno Georg:
Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen
Evaluation eines Modellprogramms
Juventa
Verlag, Weinheim-München 2002,
359 S., € 28,-
ISBN 3-7799-1429-8
Der Umgang
des Arbeitsmediziners mit arbeitsbedingten
Gesundheitsgefährdungen ist ein komplexer Vorgang. Damit es zur
Untersuchung von arbeitsbedingten Erkrankungen kommt, muss
zunächst eine entsprechende Gesundheitsgefährdung festgestellt
werden. Diese muss dem Arbeitsmediziner gegenüber auch
ausgesprochen oder von diesem wahrgenommen werden. Die
Untersuchung von arbeitsbedingten Erkrankungen, wie es das
Gesetz vorschreibt, stellt die dritte Stufe im Umgang mit
Gesundheitsrisiken und Gesundheitsschädigungen dar. Die vierte
Stufe lässt sich als Bewältigung von arbeitsbedingten
Erkrankungen in dreifacher Hinsicht beschreiben: Prävention,
Kuration und Rehabilitation. Traditionellerweise liegt der
Schwerpunkt der Tätigkeit der Arbeitsmedizin in den beiden
letztgenannten Bereichen. Die von Elkeles und Georg
durchgeführte Metaanalyse von zehn Fallstudien, in welchen in
einem präventiven Ansatz arbeitsbedingte Erkrankungen bekämpft
wurden, liefert zahlreiche übertragbare Ergebnisse für eine
breite Anwendung dieses Ansatzes.
Jürgen Wallner:
Live or let die?
Ethische Überlegungen zur Ressourcenallokation im Gesundheitswesen.
Books on
Demand GmbH, Wien 2002,
132 S., € 19,60
ISBN 3-8311-4174-6
Das
öffentliche Gesundheitswesen befindet sich in einem
Veränderungsprozess, der von Fragen der Finanzierung und einem
tiefgreifenden Wertewandel bestimmt wird. Diese Veränderungen
verlangen vielfache ethisch relevante Wertentscheidungen. Wobei
die behauptete Finanzierungsfrage sich auf das
Leistungsgeschehen auswirken wird. Wallner beschäftigt sich mit
der leistungsbezogenen Herausforderung und geht auf die
medizinisch, ökonomisch und ethisch brisante Frage ein, wie die
Ressourcen im Gesundheitswesen verteilt werden sollen. Er
arbeitet dabei drei Gestaltungsoptionen heraus: Eine
kontinuierliche Ressourcenaufstockung, die Einigung auf
Rationierungskriterien und die Einführung eines
Mehr-Säulen-Modells in der Krankenversicherung. Nach Meinung des
Autors ist letztere Option die Wahl des kleinsten Übels und
sollte daher in der Gesundheitspolitik diskutiert werden.
Gerhard Igl et al. (Hrsg.):
Qualität in der Pflege
Betreuung und Versorgung von pflegebedürftigen alten Menschen in der stationären und ambulanten Altenhilfe.
Schattauer
Verlag, Stuttgart 2002,
419 S. € 39,95
ISBN 3-7945-2178-1
Die 23
Beiträge des Sammelbandes beschäftigen sich mit allen Facetten
der Diskussion über die Qualität der Pflege in Deutschland.
Behandelt werden allgemeine Rechtsgrundlagen, Fragen der
Qualifizierung des Pflegepersonals und der Professionalisierung
der Pflege oder Verbesserung bei der Zusammenarbeit zwischen
ambulanter und stationärer Versorgung sowie zwischen der
Laienpflege und der professionellen Pflege. Die Entwicklung von
Expertenstandards, Ansätzen für Qualitäts- und Pflegemanagement
und der Entwicklung eines leistungs- und qualitätsorientierten
Betriebsvergleichs von Pflegeeinrichtungen. Die Übertragung der
in der Theorie ziemlich fortgeschrittenen Pflegekonzepte in die
Praxis ist ein zentrales Anliegen des Readers. Anders als
beispielsweise im angloamerikanischen Raum gehört die
Qualitätssicherung in Deutschland, aber auch in Österreich,
nicht selbstverständlich zur Unternehmenskultur von
Pflegeeinrichtungen. So gesehen enthält das Buch eine Fülle von
Anregungen zur Verbesserung der Pflegepraxis.
Kevin Teasdale:
Fürsprache in der Gesundheitsversorgung
Praxishandbuch für Pflege und Gesundheitsberufe.
Verlag Hans
Huber, Bern 2002,
184 S., € 26,95
ISBN 3-456-83843-3
Trotz
vielfältiger Bemühungen werden nach wie vor Menschen durch
Systeme und Institutionen des Gesundheitswesens entmündigt, die
eigentlich den Patienten und Patientinnen dienen sollten. Das
vorliegende Buch beschäftigt sich daher mit den nach wie vor
aktuellen Fragen: Wie können Pflege- und andere
Gesundheitsberufe die Rolle des Anwalts der Patienten ausfüllen
und gestalten? Wie können Patienten dazu ermutigt werden, für
sich selbst und ihre Patientenrechte einzutreten? Die Antwort
auf diese Fragen wird mit Hilfe von Beispielen aus der
Akutpflege und Gemeindepflege sowie dem Bereich der
Behindertenpflege und der psychiatrischen Versorgung gegeben.
Das Ergebnis ist ein umfassender Aufriss dieser neuen Aufgaben
sowie der professionellen Rolle für Angehörige der Pflege- und
Gesundheitsberufe.
Ralph Grossmann und Klaus Scala (Hrsg.):
Intelligentes Krankenhaus
Innovative Beispiele der Organisationsentwicklung in Krankenhäusern und Pflegeheimen.
Springer
Verlag, Wien-New York 2002,
208 S., € 24,80
ISBN 3-211-83702-7
Die
optimale Entwicklung der Aufbau- und Ablauforganisation von und
in Krankenhäusern ist zwar ein aktuelles aber noch weitgehend
ungelöstes Problem. Dem interessierten Leser wird anhand von
internationalen Fallbeispielen ein Überblick über konkrete
Reorganisationsprojekte in Krankenhäusern und anderen
Gesundheitseinrichtungen gegeben. Die Autoren beleuchten den
Stellenwert von Organisationsentwicklung für die komplexen
Steuerungsanforderungen des Versorgungssystems Krankenhaus. Die
Praxisbeispiele vermitteln einen guten Überblick über
unterschiedliche Zugänge und Problemstellungen von Veränderung.
Sie bieten eine praktische und theoretisch fundierte
Orientierung aus erster Hand. Ein gesellschaftlich
zukunftsweisender Umgang mit öffentlichen Gütern wie Gesundheit,
Bildung, Sicherheit und sozialer Integration stellt hohe
Anforderungen an die dafür eingerichteten Organisationen und
ihre Steuerung. In diesem Sinne können die vorgestellten
Praxismodelle auch als Beispiele für andere Sektoren dienen.
 |