Termine
17.-18. Juni 2003, Graz, Österreich
Mittelverwendung versus Mittelverschwendung
Vier
Themenkreise sollen jeweils mit internationalen
Plenar-Referenten aus universitärer Sicht und mit
Impuls-Referenten, großteils aus der österreichischen
Sozialversicherung, in der Praktiker-Sicht bearbeitet werden. Zu
der datenbasierten Beurteilung von Qualität und
Wirtschaftlichkeit der Krankenversorgung, Disease- und
Case-Management, zu Versorgungsnetzen und Krankheitsprävention
ist geplant, Informationen über ausgewählte neue Entwicklungen
zur Verfügung zu stellen, Chancen und Gefahren dieser neuen
Entwicklungen auf Basis praktischer Erfahrungen der
TeilnehmerInnen abzuwägen, und Schlussfolgerungen für die
tägliche Aufgabenerledigung im Gesundheitswesen abzuleiten. Für
Fragen zu dieser Veranstaltung steht Mag. Werner Bencic, OÖ
Gebietskrankenkasse, Gruberstraße 77, 4021 Linz, Österreich zur
Verfügung (E-Mail:
werner.bencic@ooegkk.at, Tel.: +43 (0)732/7807-2357).
17./18. Oktober 2003, Bildungszentrum Raiffeisenhof Graz, Österreich
8. Grazer Kongress für neue Wege in der Geburtshilfe und Wochenbettperiode
Themen:
Geburt & Sexualität, Craniosacrale Osteopathie, Humortherapie,
Homöopathie, Traumatisierten Kindern helfen, Postpartale
Depression, Antroposophische Pflege; Round table Gespräche:
Geburtshäuser, Tools für die Geburtsvorbereitung
Kontakt:
Angelika Rodler, Eltern-Kind-Zentrum, Bergmanngasse 10, A-8010
Graz (Tel.: +43 (0)316/378140-55, E-Mail
info@ekiz-graz.at)
6.-9. Juni 2004, Austria Center Vienna, Österreich
7. Internationale Konferenz zu den Themen Verletzungsverhütung und Förderung von Sicherheit
Themen:
Verhütung von Gewalt; Suizid Verhütung; Verkehrssicherheit;
Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz; Sicherheit zu Hause
und in Institutionen; Sicherheit im Sport und in der Freizeit;
Produkt Sicherheit; Traumatologie; Katastrophenschutz und
Zivilschutz; Safe Communities. Kontakt: Conference Secretary;
Kuratorium für Schutz und Sicherheit/Institut Sicher Leben,
Ölzeltgasse 3 / Postfach 190, A-1031 Wien (Tel: +43 (0)1 715 66
44 232, Fax: +43 (0)1 715 6644 30, E-Mail:
safety2004@sicherleben.at).
Berichte/Projekte
Selbstbeteiligung - Internationaler Vergleich und Implikationen für Österreich
Mit einer vom Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) durchgeführten Studie, wird ein aktueller Beitrag zur derzeit kontroversiell geführten Diskussion um Selbstbehalte geliefert. Die Autorinnen analysieren Selbstbeteiligungsbestimmungen in einer Reihe von Ländern und unterziehen den österreichischen Behandlungsbeitrag-Ambulanz (Ambulanzgebühr) einer Evaluation. Die Publikation beleuchtet dabei die Wirkung von Selbstbeteiligungen im Rahmen einer breit angelegten Untersuchung mit mehreren Schwerpunkten:
· Im theoretischen Teil werden
die Wirkungen von Selbstbeteiligungen aus Sicht der ökonomischen
Theorie und auf Basis von empirischen Untersuchungen analysiert.
·
Die anschließenden
Kapitel erheben aktuelle Selbstbeteiligungsregelungen sowie
Ausnahmebestimmungen für ambulante ärztliche Leistungen,
zahnärztliche Leistungen, Spitalsambulanzen und Arzneimittel in
acht Ländern(Deutschland, Finnland, Großbritannien, Italien,
Niederlande, Österreich, Schweden, USA).
·
Im Zuge des
Ländervergleichs werden wichtige Schlüsselindikatoren - wie die
Belastung der Bevölkerung durch Selbstbeteiligung, Kennzahlen
zum Angebot und der Nachfrage (Inanspruchnahme) von
Gesundheitsausgaben - gegenübergestellt und analysiert.
·
Der Evaluierung
des Behandlungsbeitrages-Ambulanz, der im April 2001 mit der
Intention, die Patientenströme von den Ambulanzen hin zu den
niedergelassenen Ärzten zu lenken, eingeführt wurde, bildet den
Schluss der umfassenden Untersuchung.
Die Studie
kommt zu dem Schluss, dass Selbstbeteiligungen als
Steuerungsinstrument im Gesundheitswesen nur sehr eingeschränkt
einsetzbar sind. Für den Behandlungsbeitrag-Ambulanz - die
nunmehr seit 1. April 2003 nicht mehr eingehoben wird - konnte
ein Lenkungseffekt nicht festgestellt werden. ÖBIG Eigenverlag,
Wien 2003, 210 S., 73 Abbildungen, 52 Tabellen, € 30,-. ISBN
3-85159-057-0; Bestellungen an:
misar@oebig.at oder Tel.: +43 (0)151561/152. Weitere
Informationen: Mag. Ingrid Rosian, E-Mail:
rosian@oebig.at.
PensionsbezieherInnen und Umgang mit Krankheit
Im
Oktober 2002 hat Monika Wukounig eine Untersuchung zum Umgang
von Pensionisten und Pensionistinnen mit Krankheit
abgeschlossen. Im Public Health Newsletter 1/2003 wurden die
Ergebnisse zu den Aspekten Gesundheitszustand, Inanspruchnahme
von Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung und
gesetzliche Änderungen präsentiert. Im Folgenden wird der zweite
Teil der Ergebnisse dieser Untersuchung dargestellt.
Hinsichtlich der Leistungen der öffentlichen Hand ist das Wissen
über das bestehende Leistungsangebot zwar vorhanden; die
Inanspruchnahme kann aber als relativ gering bezeichnet werden.
Ein äußerst niedriger Wissensstand liegt beim
Unterstützungsfonds der Pensionsversicherungsträger vor. Die
höchste Inanspruchnahme ergibt sich beim Steuerfreibetrag,
Seniorenausweis, Behindertenpass und der ÖBB-Ermäßigung.
Bezieher höherer Pensionen verfügen über ein fundierteres
Wissen, auch bei den einkommensabhängigen Leistungen. Allerdings
reduziert sich die Inanspruchnahme mit steigendem
Pensionsausmaß. Interessant ist, dass Bildung keinen Einfluss
hat auf Wissen und Inanspruchnahme. Diese Tatsache lässt auf
einen guten Informationsfluss schließen. Bedenklich wiederum
ist, dass kranke Pensionsbezieher – also die tatsächlich
Bedürftigen – über den schlechtesten Informationsstand verfügen.
Ausgenommen sind hier aber die einkommensrelevanten Leistungen.
Dies lässt durchaus den Schluss zu, dass die befragten
Pensionsbezieher mit ihrer Lebenssituation zufrieden sind. Der
Zufriedenheit keinen Abbruch leistet offenbar die Tatsache, dass
sich zwei Drittel beim Übertritt im Ruhestand einschränken
mussten. Am häufigsten taten sie dies bei den
Urlaubsgewohnheiten. Ein Zusammenhang besteht zu höheren
Einschränkungen und schlechtem Gesundheitszustand. Bei Urlaub,
Ernährung und Kultur haben am häufigsten Frauen in der untersten
Pensions- und Einkommenshöhe Verzichte hinnehmen müssen. Es
handelt sich auch hier wieder um die Altersgruppe der bis
60-jährigen, die – wie bereits erwähnt – zur Gruppe der
PensionsbezieherInnen wegen geminderter Erwerbsfähigkeit
gehören. Zu den „selbstbewussten“ Pensionsbeziehern – also
jenen, die der Aussage zustimmen „Ich habe in meinem Leben genug
geleistet, jetzt habe ich Anspruch auf Hilfe“ - sind in einem
höheren Ausmaß die leicht erkrankten Männer in den mittleren
Pensionskategorien sowie die Absolventen einer Pflicht-, oder
Berufs- oder Fachschule zu rechnen. 93 % der Befragten geben an,
mit dem Gesundheitssystem in Österreich immer oder meistens
zufrieden zu sein. Die Zufriedenheitsquote beim Pensionssystem
ist mit 82 % etwas geringer. Verständlicherweise gehören
männliche Pensionsbezieher im höheren Bildungs- und
Einkommensbereich sowie mit einem guten Gesundheitszustand zu
jener Gruppe, die das höchste Vertrauen in den Sozialstaat
setzen. Durchaus zufrieden sind die älteren SeniorInnen, also
die über 70-jährigen. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen,
dass die Zufriedenheit mit dem sozialen System weit verbreitet
ist. Und dies, obwohl einige unpopuläre gesetzliche Änderungen –
wie zum Beispiel die Ambulanzgebühren, die Besteuerung der
Unfallrenten – in Kraft getreten sind. Offenbar ist dadurch das
grundsätzliche Vertrauen in den Wohlfahrtsstaat kaum erschüttert
worden. Dieses Ergebnis ist deshalb nachvollziehbar, weil von
den gesetzlichen Maßnahmen hauptsächlich die Kranken betroffen
sind. Und sie haben im Gegensatz zu den Gesunden nur in einem
geringen Ausmaß Eingang in die vorliegende Studie gefunden.
Bezüglich unterstützender sozialer Netzwerke (Information,
Hilfe) zeigt sich sehr deutlich die Vorrangstellung des Arztes
sowohl als Informant als auch als Helfer. Diese Tatsache ist in
allen Bereichen, sowohl bei einem geschlechtsspezifischen
Vergleich, als auch bei den Korrelationen mit Bildung, Alter,
Wohnort und Einkommen feststellbar. Medien stehen an zweiter
Stelle der Informationsquellen. Als auffälliges Ergebnis kann
die relativ hohe Bedeutung der Sozialversicherungsträger
angesehen werden. Der Ehe- bzw. Lebenspartner ist nach dem Arzt
die zweitwichtigste Person, die Hilfe leistet. Für Männer spielt
allerdings der Partner eine größere Rolle als für Frauen (die
den Partner wohl oft früher verlieren). Die weiblichen
Pensionsbezieherinnen sind in einem größeren Ausmaß auf die
Hilfe der Kinder angewiesen. Zu erwähnen ist außerdem, dass die
vielzitierte Nachbarschaftshilfe im ländlichen Bereich offenbar
einem Mythos angehört. Die befragten SeniorInnen gehen in ihrem
Tagesablauf einer ganzen Reihe von unterschiedlichen
Beschäftigungen nach. Sie vertreiben sich hauptsächlich die Zeit
mit Fernsehen, treffen sich aber auch mit Freunden und
Bekannten, Lesen, machen Hausarbeit, betreiben Sport und
arbeiten im Garten, um nur die wichtigsten in ihrer Reihenfolge
zu nennen. Grundsätzlich ist anzumerken, dass die Frauen zu den
kommunikativeren und unternehmungslustigeren gehören. Die
Theorie des „Rückzugs im Alter“ kann zumindest auf sie nicht
angewendet werden. Die Arbeit von Monika Wukounig wurde in der
Schriftenreihe Gesundheitswissenschaften der OÖ
Gebietskrankenkasse und des Instituts für Gesellschafts- und
Sozialpolitik der Universität Linz als
„Gesundheitswissenschaften Paper Band 14“ veröffentlicht ( €
7,50).
Kontakt:
Nina Wurm, OÖ Gebietskrankenkasse, 4020 Linz, Gruberstraße 77
(Tel.: +43 (0)732 /7807 3221) oder:
nina.wurm@ooegkk.at.
Neuerscheinungen
Oskar Meggeneder und Horst Noack (Hrsg.):
Integration in der Versorgung und Pflege
Institut
für Gesellschafts- und Sozialpolitik der Universität Linz, Linz
2002
161 S., € 14,40 ISBN 3-900581-38-X
Ein
wesentliches Merkmal des österreichischen Gesundheitswesens ist
seine Fragmentierung. Diese zeigt sich auf den
unterschiedlichsten Ebenen. So ist es bislang nur in Ansätzen
gelungen, die schwierige Schnittstelle zwischen intra- und
extramuraler Versorgung zu meistern. Verbesserungsbedürftig ist
auch die Kooperation der verschiedenen Gesundheitsberufe. Es
wird zwar zunehmend erkannt, dass der Patient Co-Produzent
seiner Gesundheit ist, im Alltagsgeschehen der Krankenbehandlung
sehen sich jedoch Patienten und Patientinnen paternalistischen
Strukturen gegenüber. Die neuen Information- und
Kommunikationstechnologien werden zwar allgemein als Chance zur
Prozessoptimierung im Gesundheitswesen gesehen, es wird aber
auch befürchtet, dass technische Information zu Lasten
menschlicher Kommunikation geht. Die Fragmentierung des
Gesundheitswesens zeigt sich auch in seiner Finanzierung.
Etatistisches Denken verhindert eine Gesamtsicht auf das
Gesundheitswesen und damit auch eine optimale Allokation der
finanziellen Ressourcen. Namhafte deutsche und österreichische
Experten zeigen das derzeitige Gesundheitswesen kennzeichnende
Defizite auf und legen Lösungsansätze vor.
Joint Commission on Accreditation of Healthcare Organizations (Hrsg.):
Ergebnismessung in der Pflegepraxis
Verlag Hans
Huber. Bern 2002
211 S., € 29,95 ISBN 3-456-83826-3
In einem
Gesundheitswesen, in welches zunehmend marktwirtschaftliche
Elemente eingeführt werden, kommen Kriterien der Effektivität,
Effizienz und Qualität eine große Bedeutung zu; nicht nur um
Bestehendes zu verbessern sondern auch, um Gutes zu erhalten.
Ergebnisorientierung, Ergebnismessung und Ergebnissicherung sind
die dazu gehörenden Begriffe. Die deutsche Übersetzung des
amerikanischen Fachbuches stellt die Grundlagen der
Ergebnismessung und des Outcome-Managements in der Pflege dar.
Es erläutert die praktische Umsetzung in den Prozessen der
Pflege und der interdisziplinären Versorgung im Zusammenhang mit
der Leistungsberechnung und der Qualitätssicherung.
Vlastimil Kozon und Elisabeth Seidl (Hrsg.):
Pflegewissenschaft der Gesundheit verpflichtet
Facultas
Verlag. Wien 2002
156 S., € 19,90 ISBN 3-85076-603-9
Der
vorliegende Sammelband behandelt aktuelle Themen der
Gesundheitsversorgung aus der Perspektive der Pflege und er
stellt Entwicklungen vor, die für die professionelle Pflege
richtungsweisend sind. In mehreren Beiträgen beschäftigen sich
die Autoren und Autorinnen mit der Thematik der universitären
Ausbildung und mit der Entwicklung der Pflegewissenschaft und
der Pflegeforschung auf nationaler und internationaler Ebene.
Weitere Schwerpunkte des Buches sind neueste
pflegewissenschaftliche Erkenntnisse zur Betreuung Alter,
chronisch kranker Menschen, die Situation von pflegenden
Angehörigen und der Ausbau neuer Pflegebereiche wie
beispielsweise ambulante und extramurale Pflege sowie
Palliativpflege.
Ludger Albers und Ottmar Leiß (Hrsg.):
Körper-Sprache-Weltbild
Integration biologischer und kultureller Interpretationen in der
Medizin. Schattauer Verlag. Stuttgart 2002
240 S., € 35,60 ISBN 3-7945-2119-6
Ärztliche
Diagnosen sind Annahmen, die Mediziner über den realen
Gesundheitszustand ihrer Patienten treffen. Nur der ständige
kommunikative Abgleich ärztlicher Interpretationen mit denen des
Patienten kann eine gemeinsame Realität als Handlungsgrundlage
für das Heilungsbemühen von gesundheitlichen Störungen innerhalb
des Körpers oder in den Körper-Umwelt-Beziehungen schaffen. In
den einzelnen Beiträgen des Sammelbandes werden einerseits die
unterschiedlichen biologischen und kulturellen Erklärungsmuster
von Gesundheit und Krankheit dargestellt und andererseits deren
bewusste Integration zu einer umfassenden medizinischen Deutung
dargestellt. Wie ein roter Faden zieht sich die Bedeutung der
Kommunikation zwischen Arzt und Patienten für ein integrative
medizinische Betrachtung von Krankheit und Gesundheit durch die
einzelnen Aufsätze.
Manfred Neuffer:
Case Management
Soziale Arbeit mit einzelnen und Familien. Juventa Verlag. Weinheim und
München 2002
224 S., € 14,80 ISBN 3-7799-0733-X
Case Management in der Sozialarbeit soll ähnlich dem Case Management in
der medizinischen Versorgung die zunehmend spezialisierten
sozialen Dienstleistungen koordinieren und den Zugang für die
Klienten zu diesen sichern helfen. Das vorliegende Lehrbuch legt
den Schwerpunkt auf der individuellen Beziehungsarbeit mit
Einzelnen und Familien. Und behandelt die gegenseitige
Wechselwirkung zu ihren persönlichen und individuellen
Netzwerken. Die aufeinander aufbauenden Phasen des Case
Management: Assessment, Hilfeplanung, Controlling, Abschluss und
Evaluation, werden praxisnahe dargestellt und anhand von
Dokumentationsmaterialen illustriert. Schlüsselqualifikationen
und Interventionstechniken für Case Manager erweitern das
Handlungsrepertoire. Das Buch gibt nicht nur einen Einblick in
zentrale Aufgabenstellungen der Sozialarbeit, sondern bietet
anhand von Fallbeispielen auch Handlungsanleitungen für die
berufliche Praxis.
Wolfgang Freidl und Christine Neuhold:
Gesundheitssurveyforschung im regionalen Setting
Gesundheitsberichterstattung in der Steiermark unter Berücksichtigung
psychosozialer Aspekte. VAS. Frankfurt am Main 2002
375 S., € 23,50 ISBN 3-88884-339-2
Das von Freidl und Neuhold vorgelegte Buch wendet sich an Experten und
Expertinnen, die sich mit dem Thema Gesundheitsförderung
auseinandersetzen und in der Praxis arbeiten. Das Buch enthält
die wesentlichen Ergebnisse der Befragung und bietet einen
informativen Überblick über den Stand der wissenschaftlichen
Diskussion: Von der biomedizinischen Sicht von Gesundheit bis
hin zu theoretischen Modellen der Gesundheitsförderung;
beispielsweise Empowerment oder Lebensstilkonzept. Im Anhang
findet sich die Linearauszählung des gesamten Fragebogens.
Britta Wulfhorst:
Theorie der Gesundheitspädagogik
Legitimation, Aufgabe und Funktionen von Gesundheitserziehung. Juventa
Verlag. Weinheim-München 2002
230 S., € 17,30 ISBN 3-7799-1562-6
Das Buch von Wulfhorst gibt einen ausgezeichneten und differenzierten
Überblick über den theoretischen und konzeptionellen Stand der
Gesundheitserziehung in Deutschland und über die bis dato
erfolgten praktischen Umsetzungen in Ausbildungsgängen an
Schulen und Universitäten. Für die Autorin ist
Gesundheitspädagogik ein Terminus, unter dem sämtliche
bisherigen, auf die Beeinflussung gesundheitsrelevanten
Verhaltens, die Vermittlung gesundheitsrelevanter Inhalte, die
Förderung gesundheitsbezogener Kompetenzen und die Beeinflussung
gesundheitsrelevanter Verhältnisse bezogenen Theorien, Konzepte,
Modelle, Maßnahmen und Methoden zusammengefasst werden. Das Buch
kann als Pflichtlektüre für die pädagogische Ausbildung aber
auch für die Aus- und Weiterbildung in den Gesundheits- und
Pflegeberufen empfohlen werden.
Heiko Waller:
Gesundheitswissenschaft
Eine
Einführung in Grundlagen und Praxis von Public Health. Verlag W.
Kohlhammer. Stuttgart 2002
3. Erw. und überarbeitete Aufl., 256 S., € 25,25 ISBN
3-17-017014-7
Public
Health, gewinnt als interdisziplinäre Wissenschaft in Österreich
zunehmend an Bedeutung. Die vorliegende erweiterte und
überarbeitete Auflage des 1995 erschienen Buches ist eine klar
gegliederte und kompakte Einführung die aus zwei Teilen besteht.
Der erste Teil enthält die Grundlagen diese
Wissenschaftszweiges: Gesundheitskonzepte,
Gesundheitsressourcen, Gesundheitsrisiken und
Gesundheitssysteme. Der zweite Teil ist praxisbezogen und gibt
einen guten Überblick über Gesundheitssystemgestaltung und
widmet sich den individuellen und gesellschaftlichen
Möglichkeiten der Gesundheitsförderung und Prävention. Ein
besonderer Schwerpunkt wird dabei auf die für die Praxis so
bedeutsame Evaluation gelegt.
Günter Feuerstein et al.:
Gentechnik und Krankenversicherung
Neue Leistungsangebote im Gesundheitssystem. Nomos Verlagsgesellschaft.
Baden-Baden 2002
295 S., € 49,90 ISBN 3-7890-7715-1
In nahezu allen entwickelten Ländern leidet das Gesundheitswesen unter
Finanzierungsnöten, und schon entstehen neue
molekularbiologische Techniken, die, sollten sie die sozialen
Krankenversicherungen in Deutschland und Österreich in ihren
Leistungskatalog aufnehmen, einen noch gar nicht abschätzbaren
Kostenschub verursachen würden. Die prädikative genetische
Diagnostik, die Gentherapie und in Ansätzen die Pharmakogenetik
stehen den Gesundheitssystemen bereits zur Verfügung. Die
positiven Erwartungen an diese Techniken aber auch die
Befürchtungen bezüglich unerwünschter und nicht vorhersehbarer
Nebenwirkungen sind groß. Aus dem Blickwinkel der
Technikfolgenabschätzung werden in der vorliegenden Arbeit der
Stand der Entwicklung, die Anwendung molekularbiologischer
Medizintechniken und
ihrer Folgen, Kosten-/Nutzeneinschätzungen, sowie medizinische,
psychische und soziale Risiken und anderes mehr dargestellt.
Angesichts der zu erwartenden hohen Ausgaben in diesem Bereich
steht die Zukunftsfähigkeit sozialer
Krankenversicherungssysteme, speziell aber das sich wandelnde
Verhältnis zwischen privaten und sozialen Versicherungen, im
Zentrum der Analyse.
Irene Kühnlein:
Wie Psychotherapie verändert
Eine Langzeitstudie über Bedeutung und Auswirkungen
psychotherapeutischer Behandlung im Lebensverlauf. Juventa
Verlag. Weinheim und München 2002
184 S., € 15,30 ISBN 3- 7799-1651-7
Die moderne Psychotherapie kann auf eine bereits zweihundertjährige
Geschichte zurückblicken. Sie stellt zwar mittlerweile ein
eigenes Berufsfeld und eine eigenständige wissenschaftliche
Disziplin dar. Dennoch ist auch heute vielen noch unklar,
welcher Stellenwert der Psychotherapie in der Behandlung
psychischer Konflikte zukommt. „Was heilt?“ ist wohl jene Frage
die gerade im Zusammenhang mit der Psychotherapie in den letzten
Jahren für eine anhaltende Diskussion gesorgt hat. Ergebnisse
aus der Psychotherapieforschung werden dazu genutzt, um die
Methoden gegeneinander auszuspielen. Der Ansatz des vorliegenden
Buches zeigt hier eine Lösung, indem die Autorin herausarbeitet,
dass in der psychotherapeutischen Praxis, die Therapeuten ihr
professionelles Vorgehen an die unterschiedlichen Wahrnehmungs-
und Deutungsschemata ihrer Klienten und deren Störungskonzepte
anpassen sollten, weil dadurch Veränderungsprozesse erleichtert
werden.
Manfred Spitzer:
Nervensachen
Perspektiven zu Geist, Gehirn und Gesellschaft. Schattauer Verlag.
Stuttgart 2003
368 S., € 30,50 ISBN 3-7945-2202-8
Der Autor gibt in 60 Kurzbeiträgen informative, spannende und zugleich
unterhaltsame Einblicke in die Funktion des Gehirns. Er
beschäftigt sich dabei mit Fragen, wie: Warum gibt es
Auffahrunfälle im Nebel? Was und wie lernt das Ungeborene im
Mutterleib? Wie lernen und vergessen wir? Wie vollzieht sich der
Prozess des Kopfrechnens? Und anderes mehr. Aufgrund der
rasanten Fortschritte in den Neurowissenschaften, hat sich unser
Wissen über das menschliche Gehirn entscheidend verändert,
welches der Autor dem Leser auf spannende Weise näher bringt.
Das Buch enthält außerdem kurze Beiträge zur Geschichte der
Neurobiologie und ihrer klinischen Anwendung in der
Nervenheilkunde. Zugleich verlässt der Autor immer wieder das
engere Feld der Neurobiologie und setzt sich mit der
Gesellschaft von Menschen mit Gehirnen auseinander.
Christian Peinbauer und Manfred Mandl:
Schulung und Coaching in der Gesundheits- und Krankenpflege
Springer Verlag. Wien-New York 2003
146 S., € 25,- ISBN 3-211-83816-3
Der medizinische und technische Fortschritt bedingt eine erhebliche
Aufgabenerweiterung und Spezialisierung im Gesundheitswesen und
insbesondere im Krankenhausbereich. Aufgrund der niedrigen
Verbleibsrate im Beruf, besteht in den Krankenhäusern beim
Pflegepersonal eine erhebliche Fluktuation. Daher kommt der
Schulung und Betreuung von Mitarbeitern eine enorm wichtige
Bedeutung zu. Das vorliegende Buch unterstützt die
Führungspersonen im Pflegebereich bei der Schulung und dem
Coaching (Führen) von Mitarbeitern. Die Autoren haben
übersichtlich und praxisbezogen das einschlägige Wissen
zusammengefasst und eine strukturierte Coachingmappe für neue
Mitarbeiter erstellt. In jedem Kapitel werden im Anschluss an
die theoretischen Grundlagen die Möglichkeiten einer bewährten
praktischen Umsetzung beschrieben.
Regina Lorenz-Krause und Elisabeth Uhländer-Masiak (Hrsg.):
Frauengesundheit
Perspektiven für Pflege- und Gesundheitswissenschaften. Verlag Hans
Huber. Bern 2003
293 S., € 41,- ISBN 3-456-83674-0
Das Thema Frauengesundheit ist für die Pflege von mehrfacher Bedeutung,
sind doch mehr als 80 Prozent der professionellen Pflegepersonen
Frauen. Frauen bilden die Bevölkerungsmehrheit und die
demographische Entwicklung bedingt eine Feminisierung des
Alters. Das vorliegende Fachbuch bietet aus der Sicht der
Pflege- und Gesundheitswissenschaften einen Überblick über die
Entwicklung des Themas Frauengesundheit. Es bemüht sich um einen
Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis; also zwischen
wissenschaftlichen Grundlagen und neuen Versorgungskonzepten,
und gibt Anregungen und Hinweise zur Verbesserung der
gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung von Frauen. Der
vorliegende Sammelband ist das erste Handbuch in deutscher
Sprache zur Frauengesundheit aus pflegewissenschaftlicher Sicht.
Eckhard Beubler et al. (Hrsg.):
Opiatabhängigkeit.
Interdisziplinäre
Aspekte für die Praxis. Springer Verlag. Wien-New York 2003
254 S., € 48,- ISBN 3-211-83793-0
Drogenabhängigkeit,
insbesondere Opiatabhängigkeit ist eines der gravierendsten
gesellschaftlichen Probleme, welches weit über den Abhängigen
und sein soziales Umfeld hinaus reicht. In den letzten Jahren
hat das Wissen über die Entstehung und Behandlung
substanzgebundener Abhängigkeiten beträchtlich zugenommen. Der
vorliegende Sammelband rekurriert auf diese neuen
Forschungsergebnisse und behandelt das Problem
substanzgebundener Abhängigkeiten und zwar insbesondere der
Opiatabhängigkeit in interdisziplinärer Form, wobei die
Schwerpunkte auf Diagnostik, Begleiterkrankungen und Therapie
der Opiatabhängigkeit liegen. Den Lesern ein wird umfassendes
Verständnis der vielschichtigen Bedingungen dieses Leidens
vermittelt. Das Fachbuch gibt einen Überblick zu den
pharmakologischen, medizinischen, psychotherapeutischen und
juristischen Aspekten der Opiatabhängigkeit und weitere
substanzgebundener Abhängigkeiten.
Gerald Gatterer (Hrsg.):
Multiprofessionelle Altenbetreuung
Ein praxisbezogenes Handbuch. Springer Verlag. Wien-New York 2003
413 S., € 39,80 ISBN 2-211-83812-0
Die Lebens- und Arbeitssituation in Altenpflegeheimen ist
besorgniserregend. In der einschlägigen Fachöffentlichkeit
Deutschlands spricht man beispielsweise davon, dass sich die
Altenpflege in ihrer schlimmsten Krise seit Jahren befindet, und
damit an der Schwelle eines Pflegenotstandes. Kein Wunder, dass
von der Sozialpolitik über die Träger von Einrichtungen bis hin
zu den Pflegenden, erhebliche Anstrengungen unternommen werden,
um diese Situation zu verbessern. Der von Gatterer
herausgegebene Sammelband, gibt einen guten Überblick darüber,
wie in der Altenbetreuung aus der Sicht unterschiedlicher
Fachdisziplinen Maßnahmen gesetzt werden können, um die leichten
bis schwerwiegenden Probleme, die mit dem Älterwerden verbunden
sind, in einer qualitätsgesicherten Form, zu bearbeiten. Der
Sammelband versteht sich als Praxishandbuch, das allen
professionellen Helfern der Altenpflege, sowie den Betroffenen
und deren Angehörigen einen praxisnahen Überblick bezüglich der
Betreuung und Versorgung von älteren Menschen gibt.
Günter Ollenschläger et a. (Hrsg.):
Kompendium evidenzbasierte Medizin
Deutschsprachige Ausgabe von Clinical Evidence Concise. Verlag Hans
Huber. Bern 2003
2. Aufl., 507 S. plus CD-ROM, € 51,- ISBN 3-456-83582-5
Dank der neuen Informationstechnologien ist es möglich, für alle
kritischen klinischen Fragen weltweit Studienergebnisse zu
recherchieren, metaanalytisch zusammen zu fassen und für die
Entscheidungen des klinischen Alltags nutzbar zu machen. Das
vorliegende Kompendium stellt zu den in der Praxis relevantesten
Krankheitsbildern die zentralen klinischen Fragen und
dokumentiert davon ausgehend verlässliche Ergebnisse zu
einzelnen Therapieoptionen. Das Kompendium enthält eine aktuelle
Zusammenfassung der besten verfügbaren Belege zu den wichtigsten
klinischen Fragestellungen und Behandlungsalternativen, eine
Zusammenfassung der neusten Forschungsergebnisse zu den
behandelten Bereichen für den praktischen Arzt sowie klinische
Informationen von mehr als hundert Experten aus einer Vielzahl
von zusammengetragen Studien die auf ihre Praxisrelevanz geprüft
wurden.
Eckhard Münch et al.:
Führungsaufgabe Gesundheitsmanagement
Ein Modellprojekt im öffentlichen Sektor. Edition sigma. Berlin 2003
246 S., € 16,20 ISBN 3-89404-973-1
Reformprozesse des öffentlichen Sektors erfordern vor allem eine
Förderung des Personals. Professionelles Gesundheitsmanagement
bietet hierbei die Chance zu einem mitarbeiterorientierten
Strukturwandel. Das vorliegende Buch stellt ein Modellprojekt
vor und beschreibt daraus vier Fallbeispiele, die in Kooperation
zwischen einer Gewerkschaft und den am Modellprojekt beteiligten
Unternehmen durchgeführt wurden. Die Ergebnisse unterstreichen,
dass für die nachhaltige Zielerreichung die ausdrückliche
Unterstützung des Managements in Zusammenarbeit mit der
betrieblichen Arbeitnehmerinteressenvertretung entscheidend ist.
Es zeigt aber auch, dass in den Einrichtungen des öffentlichen
Sektors noch ein erheblicher Qualifizierungsbedarf besteht.
Mario Rauner und Kurt Heidenberger (Hrsg.):
Quantitative Approaches in Health Care Management
Peter Lang
Europäischer Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main 2003
307 S., € 45,50 ISBN 3-631-39009-2
Gesundheitspolitiker sehen sich mit dem Problem begrenzter
Ressourcen und einer wachsenden Nachfrage konfrontiert.
Quantitative wissenschaftliche Ansätze können helfen, dieses
dringende Problem zu lösen. Die europäische Working Group on
Operational Research Applied to Health Services, gegründet 1975,
hat sich im Rahmen ihrer Ziele des Ideen, Erfahrungs- und
Wissens-Austauschs bei ihrem Treffen in Wien im Jahr 2001 mit
solchen quantitativen Ansätzen generell, in der
Krankenversorgungsplanung, im Spitalsbereich, hinsichtlich
Systeme zur Entscheidungshilfe, sowie für Prävention und
Gesundheitsförderung beschäftigt. Nun ist der Tagungsband
erschienen und fasst 18 Beiträge zum Treffen der Arbeitsgruppe
zusammen. Unter anderem beschäftigt sich auch ein Beitrag aus
Österreich mit der Entwicklung der Leistungsfähigkeit in
österreichischer Spitalsabteilungen.
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