Newsletter 2/2003

 





 

 

Liebe Leserinnen!
Liebe Leser!
Im Rahmen der sehr gut besuchten und erfolgreichen 7. wissenschaftlichen Jahrestagung unserer Gesellschaft (Unter-, Über- und Fehlversorgung), am 20. und 21. März 2003, wurde die Generalversammlung abgehalten. Der neugewählte Vorstand setzt sich aus folgenden Personen zusammen: Oskar Meggeneder (Präsident), Horst Noack (Vizepräsident), Reli Mechtler (Kassierin), Maria Schmidt (Kassierin-Stellv.), Franz Piribauer (Schriftführer), Wolfgang Dür (Schriftführer-Stellv.). Beisitzer: Maria Hofmarcher, Karl Pfeiffer, Gerhard Polak und Elisabeth Seidl. Der neugewählte Vorstand wird sich bemühen, die Geschäfte der Gesellschaft erfolgreich weiterzuführen. Anlässlich der Generalversammlung wurde auch beschlossen, den Namen unserer Gesellschaft internationalen Gepflogenheiten anzupassen. Der Name lautet nunmehr: Österreichische Gesellschaft für Public Health (ÖGPH).
 

 

 


Termine

 

17.-18. Juni 2003, Graz, Österreich

Mittelverwendung versus Mittelverschwendung

Vier Themenkreise sollen jeweils mit internationalen Plenar-Referenten aus universitärer Sicht und mit Impuls-Referenten, großteils aus der österreichischen Sozialversicherung, in der Praktiker-Sicht bearbeitet werden. Zu der datenbasierten Beurteilung von Qualität und Wirtschaftlichkeit der Krankenversorgung, Disease- und Case-Management, zu Versorgungsnetzen und Krankheitsprävention ist geplant, Informationen über ausgewählte neue Entwicklungen zur Verfügung zu stellen, Chancen und Gefahren dieser neuen Entwicklungen auf Basis praktischer Erfahrungen der TeilnehmerInnen abzuwägen, und Schlussfolgerungen für die tägliche Aufgabenerledigung im Gesundheitswesen abzuleiten. Für Fragen zu dieser Veranstaltung steht Mag. Werner Bencic, OÖ Gebietskrankenkasse, Gruberstraße 77, 4021 Linz, Österreich zur Verfügung (E-Mail: werner.bencic@ooegkk.at, Tel.: +43 (0)732/7807-2357).

 

17./18. Oktober 2003, Bildungszentrum Raiffeisenhof Graz, Österreich

8. Grazer Kongress für neue Wege in der Geburtshilfe und Wochenbettperiode

Themen: Geburt & Sexualität, Craniosacrale Osteopathie, Humortherapie, Homöopathie, Traumatisierten Kindern helfen, Postpartale Depression, Antroposophische Pflege; Round table Gespräche: Geburtshäuser, Tools für die Geburtsvorbereitung

Kontakt: Angelika Rodler, Eltern-Kind-Zentrum, Bergmanngasse 10, A-8010 Graz (Tel.: +43 (0)316/378140-55, E-Mail info@ekiz-graz.at)

 

6.-9. Juni 2004, Austria Center Vienna, Österreich

7. Internationale Konferenz zu den Themen Verletzungsverhütung und Förderung von Sicherheit

Themen: Verhütung von Gewalt; Suizid Verhütung; Verkehrssicherheit; Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz; Sicherheit zu Hause und in Institutionen; Sicherheit im Sport und in der Freizeit; Produkt Sicherheit; Traumatologie; Katastrophenschutz und Zivilschutz; Safe Communities. Kontakt: Conference Secretary; Kuratorium für Schutz und Sicherheit/Institut Sicher Leben, Ölzeltgasse 3 / Postfach 190, A-1031 Wien (Tel: +43 (0)1 715 66 44 232, Fax: +43 (0)1 715 6644 30, E-Mail: safety2004@sicherleben.at).



Berichte/Projekte
 

Selbstbeteiligung - Internationaler Vergleich und Implikationen für Österreich

Mit einer vom Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) durchgeführten Studie, wird ein aktueller Beitrag zur derzeit kontroversiell geführten Diskussion um Selbstbehalte geliefert. Die Autorinnen analysieren Selbstbeteiligungsbestimmungen in einer Reihe von Ländern und unterziehen den österreichischen Behandlungsbeitrag-Ambulanz (Ambulanzgebühr) einer Evaluation. Die Publikation beleuchtet dabei die Wirkung von Selbstbeteiligungen im Rahmen einer breit angelegten Untersuchung mit mehreren Schwerpunkten:

·    Im theoretischen Teil werden die Wirkungen von Selbstbeteiligungen aus Sicht der ökonomischen Theorie und auf Basis von empirischen Untersuchungen analysiert.

·      Die anschließenden Kapitel erheben aktuelle Selbstbeteiligungsregelungen sowie Ausnahmebestimmungen für ambulante ärztliche Leistungen, zahnärztliche Leistungen, Spitalsambulanzen und Arzneimittel in acht Ländern(Deutschland, Finnland, Großbritannien, Italien, Niederlande, Österreich, Schweden, USA).

·      Im Zuge des Ländervergleichs werden wichtige Schlüsselindikatoren - wie die Belastung der Bevölkerung durch Selbstbeteiligung, Kennzahlen zum Angebot und der Nachfrage (Inanspruchnahme) von Gesundheitsausgaben - gegenübergestellt und analysiert.

·      Der Evaluierung des Behandlungsbeitrages-Ambulanz, der im April 2001 mit der Intention, die Patientenströme von den Ambulanzen hin zu den niedergelassenen Ärzten zu lenken, eingeführt wurde, bildet den Schluss der umfassenden Untersuchung.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Selbstbeteiligungen als Steuerungsinstrument im Gesundheitswesen nur sehr eingeschränkt einsetzbar sind. Für den Behandlungsbeitrag-Ambulanz - die nunmehr seit 1. April 2003 nicht mehr eingehoben wird - konnte ein Lenkungseffekt nicht festgestellt werden. ÖBIG Eigenverlag, Wien 2003, 210 S., 73 Abbildungen, 52 Tabellen, € 30,-. ISBN 3-85159-057-0; Bestellungen an: misar@oebig.at oder Tel.: +43 (0)151561/152. Weitere Informationen: Mag. Ingrid Rosian, E-Mail: rosian@oebig.at.

 

PensionsbezieherInnen und Umgang mit Krankheit

Im Oktober 2002 hat Monika Wukounig eine Untersuchung zum Umgang von Pensionisten und Pensionistinnen mit Krankheit abgeschlossen. Im Public Health Newsletter 1/2003 wurden die Ergebnisse zu den Aspekten Gesundheitszustand, Inanspruchnahme von Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung und gesetzliche Änderungen präsentiert. Im Folgenden wird der zweite Teil der Ergebnisse dieser Untersuchung dargestellt. Hinsichtlich der Leistungen der öffentlichen Hand ist das Wissen über das bestehende Leistungsangebot zwar vorhanden; die Inanspruchnahme kann aber als relativ gering bezeichnet werden. Ein äußerst niedriger Wissensstand liegt beim Unterstützungsfonds der Pensionsversicherungsträger vor. Die höchste Inanspruchnahme ergibt sich beim Steuerfreibetrag, Seniorenausweis, Behindertenpass und der ÖBB-Ermäßigung. Bezieher höherer Pensionen verfügen über ein fundierteres Wissen, auch bei den einkommensabhängigen Leistungen. Allerdings reduziert sich die Inanspruchnahme mit steigendem Pensionsausmaß. Interessant ist, dass Bildung keinen Einfluss hat auf Wissen und Inanspruchnahme. Diese Tatsache lässt auf einen guten Informationsfluss schließen. Bedenklich wiederum ist, dass kranke Pensionsbezieher – also die tatsächlich Bedürftigen – über den schlechtesten Informationsstand verfügen. Ausgenommen sind hier aber die einkommensrelevanten Leistungen. Dies lässt durchaus den Schluss zu, dass die befragten Pensionsbezieher mit ihrer Lebenssituation zufrieden sind. Der Zufriedenheit keinen Abbruch leistet offenbar die Tatsache, dass sich zwei Drittel beim Übertritt im Ruhestand einschränken mussten. Am häufigsten taten sie dies bei den Urlaubsgewohnheiten. Ein Zusammenhang besteht zu höheren Einschränkungen und schlechtem Gesundheitszustand. Bei Urlaub, Ernährung und Kultur haben am häufigsten Frauen in der untersten Pensions- und Einkommenshöhe Verzichte hinnehmen müssen. Es handelt sich auch hier wieder um die Altersgruppe der bis 60-jährigen, die – wie bereits erwähnt – zur Gruppe der PensionsbezieherInnen wegen geminderter Erwerbsfähigkeit gehören. Zu den „selbstbewussten“ Pensionsbeziehern – also jenen, die der Aussage zustimmen „Ich habe in meinem Leben genug geleistet, jetzt habe ich Anspruch auf Hilfe“ - sind in einem höheren Ausmaß die leicht erkrankten Männer in den mittleren Pensionskategorien sowie die Absolventen einer Pflicht-, oder Berufs- oder Fachschule zu rechnen. 93 % der Befragten geben an, mit dem Gesundheitssystem in Österreich immer oder meistens zufrieden zu sein. Die Zufriedenheitsquote beim Pensionssystem ist mit 82 % etwas geringer. Verständlicherweise gehören männliche Pensionsbezieher im höheren Bildungs- und Einkommensbereich sowie mit einem guten Gesundheitszustand zu jener Gruppe, die das höchste Vertrauen in den Sozialstaat setzen. Durchaus zufrieden sind die älteren SeniorInnen, also die über 70-jährigen. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die Zufriedenheit mit dem sozialen System weit verbreitet ist. Und dies, obwohl einige unpopuläre gesetzliche Änderungen – wie zum Beispiel die Ambulanzgebühren, die Besteuerung der Unfallrenten – in Kraft getreten sind. Offenbar ist dadurch das grundsätzliche Vertrauen in den Wohlfahrtsstaat kaum erschüttert worden. Dieses Ergebnis ist deshalb nachvollziehbar, weil von den gesetzlichen Maßnahmen hauptsächlich die Kranken betroffen sind. Und sie haben im Gegensatz zu den Gesunden nur in einem geringen Ausmaß Eingang in die vorliegende Studie gefunden. Bezüglich unterstützender sozialer Netzwerke (Information, Hilfe) zeigt sich sehr deutlich die Vorrangstellung des Arztes sowohl als Informant als auch als Helfer. Diese Tatsache ist in allen Bereichen, sowohl bei einem geschlechtsspezifischen Vergleich, als auch bei den Korrelationen mit Bildung, Alter, Wohnort und Einkommen feststellbar. Medien stehen an zweiter Stelle der Informationsquellen. Als auffälliges Ergebnis kann die relativ hohe Bedeutung der Sozialversicherungsträger angesehen werden. Der Ehe- bzw. Lebenspartner ist nach dem Arzt die zweitwichtigste Person, die Hilfe leistet. Für Männer spielt allerdings der Partner eine größere Rolle als für Frauen (die den Partner wohl oft früher verlieren). Die weiblichen Pensionsbezieherinnen sind in einem größeren Ausmaß auf die Hilfe der Kinder angewiesen. Zu erwähnen ist außerdem, dass die vielzitierte Nachbarschaftshilfe im ländlichen Bereich offenbar einem Mythos angehört. Die befragten SeniorInnen gehen in ihrem Tagesablauf einer ganzen Reihe von unterschiedlichen Beschäftigungen nach. Sie vertreiben sich hauptsächlich die Zeit mit Fernsehen, treffen sich aber auch mit Freunden und Bekannten, Lesen, machen Hausarbeit, betreiben Sport und arbeiten im Garten, um nur die wichtigsten in ihrer Reihenfolge zu nennen. Grundsätzlich ist anzumerken, dass die Frauen zu den kommunikativeren und unternehmungslustigeren gehören. Die Theorie des „Rückzugs im Alter“ kann zumindest auf sie nicht angewendet werden. Die Arbeit von Monika Wukounig wurde in der Schriftenreihe Gesundheitswissenschaften der OÖ Gebietskrankenkasse und des Instituts für Gesellschafts- und Sozialpolitik der Universität Linz als „Gesundheitswissenschaften Paper Band 14“ veröffentlicht ( € 7,50).

Kontakt: Nina Wurm, OÖ Gebietskrankenkasse, 4020 Linz, Gruberstraße 77 (Tel.: +43 (0)732 /7807 3221) oder: nina.wurm@ooegkk.at.

 


Neuerscheinungen

 

Oskar Meggeneder und Horst Noack (Hrsg.):

Integration in der Versorgung und Pflege

Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik der Universität Linz, Linz 2002
161 S., € 14,40  ISBN 3-900581-38-X

Ein wesentliches Merkmal des österreichischen Gesundheitswesens ist seine Fragmentierung. Diese zeigt sich auf den unterschiedlichsten Ebenen. So ist es bislang nur in Ansätzen gelungen, die schwierige Schnittstelle zwischen intra- und extramuraler Versorgung zu meistern. Verbesserungsbedürftig ist auch die Kooperation der verschiedenen Gesundheitsberufe. Es wird zwar zunehmend erkannt, dass der Patient Co-Produzent seiner Gesundheit ist, im Alltagsgeschehen der Krankenbehandlung sehen sich jedoch Patienten und Patientinnen paternalistischen Strukturen gegenüber. Die neuen Information- und Kommunikationstechnologien werden zwar allgemein als Chance zur Prozessoptimierung im Gesundheitswesen gesehen, es wird aber auch befürchtet, dass technische Information zu Lasten menschlicher Kommunikation geht. Die Fragmentierung des Gesundheitswesens zeigt sich auch in seiner Finanzierung. Etatistisches Denken verhindert eine Gesamtsicht auf das Gesundheitswesen und damit auch eine optimale Allokation der finanziellen Ressourcen. Namhafte deutsche und österreichische Experten zeigen das derzeitige Gesundheitswesen kennzeichnende Defizite auf und legen Lösungsansätze vor.

 

Joint Commission on Accreditation of Healthcare Organizations (Hrsg.):

Ergebnismessung in der Pflegepraxis

Verlag Hans Huber. Bern 2002
211 S., € 29,95  ISBN 3-456-83826-3

In einem Gesundheitswesen, in welches zunehmend marktwirtschaftliche Elemente eingeführt werden, kommen Kriterien der Effektivität, Effizienz und Qualität eine große Bedeutung zu; nicht nur um Bestehendes zu verbessern sondern auch, um Gutes zu erhalten. Ergebnisorientierung, Ergebnismessung und Ergebnissicherung sind die dazu gehörenden Begriffe. Die deutsche Übersetzung des amerikanischen Fachbuches stellt die Grundlagen der Ergebnismessung und des Outcome-Managements in der Pflege dar. Es erläutert die praktische Umsetzung in den Prozessen der Pflege und der interdisziplinären Versorgung im Zusammenhang mit der Leistungsberechnung und der Qualitätssicherung.

 

Vlastimil Kozon und Elisabeth Seidl (Hrsg.):

Pflegewissenschaft – der Gesundheit verpflichtet

Facultas Verlag. Wien 2002
156 S., € 19,90  ISBN 3-85076-603-9

Der vorliegende Sammelband behandelt aktuelle Themen der Gesundheitsversorgung aus der Perspektive der Pflege und er stellt Entwicklungen vor, die für die professionelle Pflege richtungsweisend sind. In mehreren Beiträgen beschäftigen sich die Autoren und Autorinnen mit der Thematik der universitären Ausbildung und mit der Entwicklung der Pflegewissenschaft und der Pflegeforschung auf nationaler und internationaler Ebene. Weitere Schwerpunkte des Buches sind neueste pflegewissenschaftliche Erkenntnisse zur Betreuung Alter, chronisch kranker Menschen, die Situation von pflegenden Angehörigen und der Ausbau neuer Pflegebereiche wie beispielsweise ambulante und extramurale Pflege sowie Palliativpflege.

 

Ludger Albers und Ottmar Leiß (Hrsg.):

Körper-Sprache-Weltbild

Integration biologischer und kultureller Interpretationen in der Medizin. Schattauer Verlag. Stuttgart 2002
240 S., € 35,60  ISBN 3-7945-2119-6

Ärztliche Diagnosen sind Annahmen, die Mediziner über den realen Gesundheitszustand ihrer Patienten treffen. Nur der ständige kommunikative Abgleich ärztlicher Interpretationen mit denen des Patienten kann eine gemeinsame Realität als Handlungsgrundlage für das Heilungsbemühen von gesundheitlichen Störungen innerhalb des Körpers oder in den Körper-Umwelt-Beziehungen schaffen. In den einzelnen Beiträgen des Sammelbandes werden einerseits die unterschiedlichen biologischen und kulturellen Erklärungsmuster von Gesundheit und Krankheit dargestellt und andererseits deren bewusste Integration zu einer umfassenden medizinischen Deutung dargestellt. Wie ein roter Faden zieht sich die Bedeutung der Kommunikation zwischen Arzt und Patienten für ein integrative medizinische Betrachtung von Krankheit und Gesundheit durch die einzelnen Aufsätze.

 

Manfred Neuffer:

Case Management

Soziale Arbeit mit einzelnen und Familien. Juventa Verlag. Weinheim und München 2002
224 S., € 14,80  ISBN 3-7799-0733-X

 Case Management in der Sozialarbeit soll ähnlich dem Case Management in der medizinischen Versorgung die zunehmend spezialisierten sozialen Dienstleistungen koordinieren und den Zugang für die Klienten zu diesen sichern helfen. Das vorliegende Lehrbuch legt den Schwerpunkt auf der individuellen Beziehungsarbeit mit Einzelnen und Familien. Und behandelt die gegenseitige Wechselwirkung zu ihren persönlichen und individuellen Netzwerken. Die aufeinander aufbauenden Phasen des Case Management: Assessment, Hilfeplanung, Controlling, Abschluss und Evaluation, werden praxisnahe dargestellt und anhand von Dokumentationsmaterialen illustriert. Schlüsselqualifikationen und Interventionstechniken für Case Manager erweitern das Handlungsrepertoire. Das Buch gibt nicht nur einen Einblick in zentrale Aufgabenstellungen der Sozialarbeit, sondern bietet anhand von Fallbeispielen auch Handlungsanleitungen für die berufliche Praxis.

 

Wolfgang Freidl und Christine Neuhold:

Gesundheitssurveyforschung im regionalen Setting

Gesundheitsberichterstattung in der Steiermark unter Berücksichtigung psychosozialer Aspekte. VAS. Frankfurt am Main 2002
375 S., €  23,50  ISBN 3-88884-339-2

Das von Freidl und Neuhold vorgelegte Buch wendet sich an Experten und Expertinnen, die sich mit dem Thema Gesundheitsförderung auseinandersetzen und in der Praxis arbeiten. Das Buch enthält die wesentlichen Ergebnisse der Befragung und bietet einen informativen Überblick über den Stand der wissenschaftlichen Diskussion: Von der biomedizinischen Sicht von Gesundheit bis hin zu theoretischen Modellen der Gesundheitsförderung; beispielsweise Empowerment oder Lebensstilkonzept. Im Anhang findet sich die Linearauszählung des gesamten Fragebogens.

 

Britta Wulfhorst:

Theorie der Gesundheitspädagogik

Legitimation, Aufgabe und Funktionen von Gesundheitserziehung. Juventa Verlag. Weinheim-München 2002
230 S., € 17,30  ISBN 3-7799-1562-6

Das Buch von Wulfhorst gibt einen ausgezeichneten und differenzierten Überblick über den theoretischen und konzeptionellen Stand der Gesundheitserziehung in Deutschland und über die bis dato erfolgten praktischen Umsetzungen in Ausbildungsgängen an Schulen und Universitäten. Für die Autorin ist Gesundheitspädagogik ein Terminus, unter dem sämtliche bisherigen, auf die Beeinflussung gesundheitsrelevanten Verhaltens, die Vermittlung gesundheitsrelevanter Inhalte, die Förderung gesundheitsbezogener Kompetenzen und die Beeinflussung gesundheitsrelevanter Verhältnisse bezogenen Theorien, Konzepte, Modelle, Maßnahmen und Methoden zusammengefasst werden. Das Buch kann als Pflichtlektüre für die pädagogische Ausbildung aber auch für die Aus- und Weiterbildung in den Gesundheits- und Pflegeberufen empfohlen werden.

 

Heiko Waller:

Gesundheitswissenschaft

Eine Einführung in Grundlagen und Praxis von Public Health. Verlag W. Kohlhammer. Stuttgart 2002
3. Erw. und überarbeitete Aufl., 256 S., € 25,25  ISBN 3-17-017014-7

Public Health, gewinnt als interdisziplinäre Wissenschaft in Österreich zunehmend an Bedeutung. Die vorliegende erweiterte und überarbeitete Auflage des 1995 erschienen Buches ist eine klar gegliederte und kompakte Einführung die aus zwei Teilen besteht. Der erste Teil enthält die Grundlagen diese Wissenschaftszweiges: Gesundheitskonzepte, Gesundheitsressourcen, Gesundheitsrisiken und Gesundheitssysteme. Der zweite Teil ist praxisbezogen und gibt einen guten Überblick über Gesundheitssystemgestaltung und widmet sich den individuellen und gesellschaftlichen Möglichkeiten der Gesundheitsförderung und Prävention. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei  auf die für die Praxis so bedeutsame Evaluation gelegt.

 

Günter Feuerstein et al.:

Gentechnik und Krankenversicherung

Neue Leistungsangebote im Gesundheitssystem. Nomos Verlagsgesellschaft. Baden-Baden 2002
295 S., € 49,90  ISBN 3-7890-7715-1

In nahezu allen entwickelten Ländern leidet das Gesundheitswesen unter Finanzierungsnöten, und schon entstehen neue molekularbiologische Techniken, die, sollten sie die sozialen Krankenversicherungen in Deutschland und Österreich in ihren Leistungskatalog aufnehmen, einen noch gar nicht abschätzbaren Kostenschub verursachen würden. Die prädikative genetische Diagnostik, die Gentherapie und in Ansätzen die Pharmakogenetik stehen den Gesundheitssystemen bereits zur Verfügung. Die positiven Erwartungen an diese Techniken aber auch die Befürchtungen bezüglich unerwünschter und nicht vorhersehbarer Nebenwirkungen sind groß. Aus dem Blickwinkel der Technikfolgenabschätzung werden in der vorliegenden Arbeit der Stand der Entwicklung, die Anwendung molekularbiologischer Medizintechniken und ihrer Folgen, Kosten-/Nutzeneinschätzungen, sowie medizinische, psychische und soziale Risiken und anderes mehr dargestellt. Angesichts der zu erwartenden hohen Ausgaben in diesem Bereich steht die Zukunftsfähigkeit sozialer Krankenversicherungssysteme, speziell aber das sich wandelnde Verhältnis zwischen privaten und sozialen Versicherungen, im Zentrum der Analyse.

 

Irene Kühnlein:

Wie Psychotherapie verändert

Eine Langzeitstudie über Bedeutung und Auswirkungen psychotherapeutischer Behandlung im Lebensverlauf. Juventa Verlag. Weinheim und München 2002
184 S., € 15,30  ISBN 3- 7799-1651-7

Die moderne Psychotherapie kann auf eine bereits zweihundertjährige Geschichte zurückblicken. Sie stellt zwar mittlerweile ein eigenes Berufsfeld und eine eigenständige wissenschaftliche Disziplin dar. Dennoch ist auch heute vielen noch unklar, welcher Stellenwert der Psychotherapie in der Behandlung psychischer Konflikte zukommt. „Was heilt?“ ist wohl jene Frage die gerade im Zusammenhang mit der Psychotherapie in den letzten Jahren für eine anhaltende Diskussion gesorgt hat. Ergebnisse aus der Psychotherapieforschung werden dazu genutzt, um die Methoden gegeneinander auszuspielen. Der Ansatz des vorliegenden Buches zeigt hier eine Lösung, indem die Autorin herausarbeitet, dass in der psychotherapeutischen Praxis, die Therapeuten ihr professionelles Vorgehen an die unterschiedlichen Wahrnehmungs- und Deutungsschemata ihrer Klienten und deren Störungskonzepte anpassen sollten, weil dadurch Veränderungsprozesse erleichtert werden.

 

Manfred Spitzer:

Nervensachen

Perspektiven zu Geist, Gehirn und Gesellschaft. Schattauer Verlag. Stuttgart 2003
368 S., € 30,50  ISBN 3-7945-2202-8

Der Autor gibt in 60 Kurzbeiträgen informative, spannende und zugleich unterhaltsame Einblicke in die Funktion des Gehirns. Er beschäftigt sich dabei mit Fragen, wie: Warum gibt es Auffahrunfälle im Nebel? Was und wie lernt das Ungeborene im Mutterleib? Wie lernen und vergessen wir? Wie vollzieht sich der Prozess des Kopfrechnens? Und anderes mehr. Aufgrund der rasanten Fortschritte in den Neurowissenschaften, hat sich unser Wissen über das menschliche Gehirn entscheidend verändert, welches der Autor dem Leser auf spannende Weise näher bringt. Das Buch enthält außerdem kurze Beiträge zur Geschichte der Neurobiologie und ihrer klinischen Anwendung in der Nervenheilkunde. Zugleich verlässt der Autor immer wieder das engere Feld der Neurobiologie und setzt sich mit der Gesellschaft von Menschen mit Gehirnen auseinander.

 

Christian Peinbauer und Manfred Mandl:

Schulung und Coaching in der Gesundheits- und Krankenpflege

Springer Verlag. Wien-New York 2003
146 S., € 25,-  ISBN 3-211-83816-3

Der medizinische und technische Fortschritt bedingt eine erhebliche Aufgabenerweiterung und Spezialisierung im Gesundheitswesen und insbesondere im Krankenhausbereich. Aufgrund der niedrigen Verbleibsrate im Beruf, besteht in den Krankenhäusern beim Pflegepersonal eine erhebliche Fluktuation. Daher kommt der Schulung und Betreuung von Mitarbeitern eine enorm wichtige Bedeutung zu. Das vorliegende Buch unterstützt die Führungspersonen im Pflegebereich bei der Schulung und dem Coaching (Führen) von Mitarbeitern. Die Autoren haben übersichtlich und praxisbezogen das einschlägige Wissen zusammengefasst und eine strukturierte Coachingmappe für neue Mitarbeiter erstellt. In jedem Kapitel werden im Anschluss an die theoretischen Grundlagen die Möglichkeiten einer bewährten praktischen Umsetzung beschrieben.

 

Regina Lorenz-Krause und Elisabeth Uhländer-Masiak (Hrsg.):

Frauengesundheit

Perspektiven für Pflege- und Gesundheitswissenschaften. Verlag Hans Huber. Bern 2003
293 S., € 41,-  ISBN 3-456-83674-0

Das Thema Frauengesundheit ist für die Pflege von mehrfacher Bedeutung, sind doch mehr als 80 Prozent der professionellen Pflegepersonen Frauen. Frauen bilden die Bevölkerungsmehrheit und die demographische Entwicklung bedingt eine Feminisierung des Alters. Das vorliegende Fachbuch bietet aus der Sicht der Pflege- und Gesundheitswissenschaften einen Überblick über die Entwicklung des Themas Frauengesundheit. Es bemüht sich um einen Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis; also zwischen wissenschaftlichen Grundlagen und neuen Versorgungskonzepten, und gibt Anregungen und Hinweise zur Verbesserung der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung von Frauen. Der vorliegende Sammelband ist das erste Handbuch in deutscher Sprache zur Frauengesundheit aus pflegewissenschaftlicher Sicht.

 

Eckhard Beubler et al. (Hrsg.):

Opiatabhängigkeit.

Interdisziplinäre Aspekte für die Praxis. Springer Verlag. Wien-New York 2003
254 S., € 48,-  ISBN 3-211-83793-0

Drogenabhängigkeit, insbesondere Opiatabhängigkeit ist eines der gravierendsten gesellschaftlichen Probleme, welches weit über den Abhängigen und sein soziales Umfeld hinaus reicht. In den letzten Jahren hat das Wissen über die Entstehung und Behandlung substanzgebundener Abhängigkeiten beträchtlich zugenommen. Der vorliegende Sammelband rekurriert auf diese neuen Forschungsergebnisse und behandelt das Problem substanzgebundener Abhängigkeiten und zwar insbesondere der Opiatabhängigkeit in interdisziplinärer Form, wobei die Schwerpunkte auf Diagnostik, Begleiterkrankungen und Therapie der Opiatabhängigkeit liegen. Den Lesern ein wird umfassendes Verständnis der vielschichtigen Bedingungen dieses Leidens vermittelt. Das Fachbuch gibt einen Überblick zu den pharmakologischen, medizinischen, psychotherapeutischen und juristischen Aspekten der Opiatabhängigkeit und weitere substanzgebundener Abhängigkeiten.

 

Gerald Gatterer (Hrsg.):

Multiprofessionelle Altenbetreuung

Ein praxisbezogenes Handbuch. Springer Verlag. Wien-New York 2003
413 S., € 39,80  ISBN 2-211-83812-0

Die Lebens- und Arbeitssituation in Altenpflegeheimen ist besorgniserregend. In der einschlägigen Fachöffentlichkeit Deutschlands spricht man beispielsweise davon, dass sich die Altenpflege in ihrer schlimmsten Krise seit Jahren befindet, und damit an der Schwelle eines Pflegenotstandes. Kein Wunder, dass von der Sozialpolitik über die Träger von Einrichtungen bis hin zu den Pflegenden, erhebliche Anstrengungen unternommen werden, um diese Situation zu verbessern. Der von Gatterer herausgegebene Sammelband, gibt einen guten Überblick darüber, wie in der Altenbetreuung aus der Sicht unterschiedlicher Fachdisziplinen Maßnahmen gesetzt werden können, um die leichten bis schwerwiegenden Probleme, die mit dem Älterwerden verbunden sind, in einer qualitätsgesicherten Form, zu bearbeiten. Der Sammelband versteht sich als Praxishandbuch, das allen professionellen Helfern der Altenpflege, sowie den Betroffenen und deren Angehörigen einen praxisnahen Überblick bezüglich der Betreuung und Versorgung von älteren Menschen gibt.

 

Günter Ollenschläger et a. (Hrsg.):

Kompendium evidenzbasierte Medizin

Deutschsprachige Ausgabe von Clinical Evidence Concise. Verlag Hans Huber. Bern 2003
2. Aufl., 507 S. plus CD-ROM, € 51,-  ISBN 3-456-83582-5

Dank der neuen Informationstechnologien ist es möglich, für alle kritischen klinischen Fragen weltweit Studienergebnisse zu recherchieren, metaanalytisch zusammen zu fassen und für die Entscheidungen des klinischen Alltags nutzbar zu machen. Das vorliegende Kompendium stellt zu den in der Praxis relevantesten Krankheitsbildern die zentralen klinischen Fragen und dokumentiert davon ausgehend verlässliche Ergebnisse zu einzelnen Therapieoptionen. Das Kompendium enthält eine aktuelle Zusammenfassung der besten verfügbaren Belege zu den wichtigsten klinischen Fragestellungen und Behandlungsalternativen,  eine Zusammenfassung  der neusten Forschungsergebnisse zu den behandelten Bereichen für den praktischen Arzt sowie klinische Informationen von mehr als hundert Experten aus einer Vielzahl von zusammengetragen Studien die auf ihre Praxisrelevanz geprüft wurden.

 

Eckhard Münch et al.:

Führungsaufgabe Gesundheitsmanagement

Ein Modellprojekt im öffentlichen Sektor. Edition sigma. Berlin 2003
246 S., € 16,20  ISBN 3-89404-973-1

Reformprozesse des öffentlichen Sektors erfordern vor allem eine Förderung des Personals. Professionelles Gesundheitsmanagement bietet hierbei die Chance zu einem mitarbeiterorientierten Strukturwandel. Das vorliegende Buch stellt ein Modellprojekt vor und beschreibt daraus vier Fallbeispiele, die in Kooperation zwischen einer Gewerkschaft und den am Modellprojekt beteiligten Unternehmen durchgeführt wurden. Die Ergebnisse unterstreichen, dass für die nachhaltige Zielerreichung die ausdrückliche Unterstützung des Managements in Zusammenarbeit mit der betrieblichen Arbeitnehmerinteressenvertretung entscheidend ist. Es zeigt aber auch, dass in den Einrichtungen des öffentlichen Sektors noch ein erheblicher Qualifizierungsbedarf besteht.

 

Mario Rauner und Kurt Heidenberger (Hrsg.):

Quantitative Approaches in Health Care Management

Peter Lang Europäischer Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main 2003
307 S., € 45,50  ISBN 3-631-39009-2

Gesundheitspolitiker sehen sich mit dem Problem begrenzter Ressourcen und einer wachsenden Nachfrage konfrontiert. Quantitative wissenschaftliche Ansätze können helfen, dieses dringende Problem zu lösen. Die europäische Working Group on Operational Research Applied to Health Services, gegründet 1975, hat sich im Rahmen ihrer Ziele des Ideen, Erfahrungs- und Wissens-Austauschs bei ihrem Treffen in Wien im Jahr 2001 mit solchen quantitativen Ansätzen generell, in der Krankenversorgungsplanung, im Spitalsbereich, hinsichtlich Systeme zur Entscheidungshilfe, sowie für Prävention und Gesundheitsförderung beschäftigt. Nun ist der Tagungsband erschienen und fasst 18 Beiträge zum Treffen der Arbeitsgruppe zusammen. Unter anderem beschäftigt sich auch ein Beitrag aus Österreich mit der Entwicklung der Leistungsfähigkeit in österreichischer Spitalsabteilungen.