Public Health: Internationales Know-how für steirisches Gesundheitswesen - Stipendienpgrogramm 1997 bis 2005
25 Steirerinnen und Steirer bzw. mit dem steirischen Gesundheitswesen in Verbindung stehende Personen absolvierten ab 1997 bis 2005 verteilt auf verschiedene Universitäten rund um den Globus ein postgraduales Public-Health-Studium.
Das steirische Stipendienprojekt „Public Health“ wurde Ende 1996 auf Initiative des damals für das Land Steierermark tätigen Gesundheitsmanagers Dr. Franz Piribauer, MPH, gemeinsam mit Dr. Eva Adamer-König (Büro Landesrat Dörflnger) ins Leben gerufen und vom Bildungsservice Steiermark / Mag. Grete Dorner / Mag. Melitta Mühlbacher von 1997 - 2005 durchgeführt. Finanziert wurde es über den neuen Subventionsmechanismus der 1996 ausgebauten Gesundheitsförderungs Budgets.
Definierte Ziele des Projekts waren, nicht nur einen spezifischen gesundheitsstrategischen Wissenstransfer in die Steiermark zu initiieren, sondern auch ein modernes Anforderungsprofil für Führungskräfte im steirischen Gesundheitsbereich zu erarbeiten. Drittens schuf das Projekt die Voraussetzung dafür, dass die Universität Graz seit dem Jahr 2001 nun auch zu den Hochschulen zählt, die einen international herzeigbaren Public-Health-Studiengang anbieten.
Bildungsservice-Leiterin Mag. Dorner
Dem Bekenntnis zu qualifizierter Weiterbildung müssen entsprechende Beschäftigungsmöglichkeiten folgen
Der landesgeförderte postgraduale Lehrgang konnte von den KandidatInnen entweder berufsbegleitend oder aber als Vollstudium absolviert werden. Studienorte waren australische, US-amerikanische und britische Universitäten ebenso wie europäische Hochschulen. Die Ausschreibung war als Self-Starter-Projekt angelegt und richtete sich an flexible, initiative Personen, die Ortswechsel, Karriereunterbrechung (bzw. -änderung) und auch einen eventuellen fachlichen Neustart nicht scheuten.
Zu den sich auf jeweils etwa 60.000 Euro belaufenden Studienkosten und Aufenthaltskosten gab es einen Landeszuschuss (Stipendium) von 11.000 Euro. Die Studienwerber mussten sich vor einer Kommission von Fachleuten aus dem medizinischen und dem pädagogischen Bereich mit ihrer fachspezifischen Vita bzw. mit ihrer bestehenden beruflichen (theorie- oder praxisbasierten) „Nähe“ zur Themenstellung qualifizieren.
Ein zur obigen Bedingung nur scheinbar in Widerspruch befindliches Projekt-Kriterium bestand in der multiprofessionellen Zusammensetzung des KandidatInnenpools, um die Interdisziplinarität des Public-Health-Gedankens zu gewährleisten: „Gesundheit und Krankheit werden in der Interaktion der Menschen mit ihrer physischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Umwelt geschaffen“ (so die Definition in der Projektbeschreibung des inzwischen etablierten Grazer Public-Health-Studiengangs). Dem gemäß wurden neben Personen mit eindeutig medizinischem Hintergrund auch KandidatInnen gefördert, deren Ausgangsberuf prima vista nicht direkt mit dem Gesundheitsbereich in Zusammenhang zu bringen ist: ErziehungswissenschafterInnen, SoziologInnen, HistorikerInnen, GermanistInnen, SportwissenschafterInnen, BetriebswirtschafterInnen u. ä.
Kurz vor Abschluss des Stipendienprojektes, freut sich die Organisatorin Mag. Grete Dorner darüber, dass „einige AbsolventInnen unseres Stipendienprojekts inzwischen an exekutive Positionen des steirischen Gesundheitswesens berufen wurden.“ Durch das Stipendienprojekt besteht die Chance, in Zukunft verstärkt internationales Know-how in das steirische Gesundheitswesen einzubringen.
Wie gut dies tatsächlich gelingt, liegt in der Verantwortung zuständiger Stellen. Dem Bewusstsein um den Wert und die Innovationskraft von Weiterbildung müssen auch adäquate Arbeitsmöglichkeiten für die Public-Health-ExpertInnen folgen.
-> Zur Liste der StipendiatInnen und ihren schrifltichen Abschlußarbeiten
-> Zur Evaluierung des Programmes 2005 auf Auftrag der Stipendienkommission
-> Zum Bildungnetzwerk Steiermark - Nachfolge des Bildungsservice
upd 20080526, 20060920,by PiCo |